Willich beschließt Haushalt 2026 in Rekordzeit – doch das Defizit bleibt
Lotta WagnerWillich beschließt Haushalt 2026 in Rekordzeit – doch das Defizit bleibt
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in dem beschlossen, was Beamte als "Rekordzeit" bezeichneten. Die Entscheidung fiel nach wochenlangen Debatten über steigende Kinderbetreuungskosten und ein prognostiziertes Defizit von 25 Millionen Euro. Eltern hatten zuvor Pläne zur Erhöhung der Gebühren kritisiert, doch zentrale Änderungen wurden vor der endgültigen Abstimmung abgelehnt.
Bei den Eltern in Willich wuchs die Verärgerung, als Vorschläge aufkamen, die Kita-Gebühren zu erhöhen und stärkere jährliche Anpassungen einzuführen. Viele argumentierten, dass die Änderungen Familien unzumutbar belasten würden. Später blockierte der Jugendhilfeausschuss jedoch sowohl die Erhöhung der Geschwistergebühren als auch die drastischeren Kostenerhöhungen.
Der Stadtrat beschloss daraufhin, an der bisherigen Praxis festzuhalten: Keine ermäßigten Geschwistergebühren für den Kindergarten und eine dauerhafte jährliche Gebührenanpassung in der Tagesbetreuung. Unterdessen legte die SPD Einsparpläne für 2026 vor, die sich auf nicht zwingend notwendige Ausgaben und freiwillige Leistungen konzentrierten. Ihre Vorschläge zielten darauf ab, die finanzielle Belastung zu verringern, ohne Haushalten zusätzliche Kosten aufzubürden.
Während der Haushaltsdebatte hielten sich alle Fraktionssprecher strikt an eine Fünf-Minuten-Redezeit, was die Beratungen beschleunigte. Die SPD stimmte schließlich für den Haushalt, betonte jedoch die Notwendigkeit einer Konsolidierung, die Familien nicht übermäßig belastet. Sie begrüßten zwar die "Bauturbo"-Initiative zur beschleunigten Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, kritisierten aber Kürzungen beim "Deutschlandticket" für anspruchsberechtigte Studierende.
Auch die Fraktion der Grünen stimmte für den Haushalt. Sie verwiesen auf die angespannte Haushaltslage der Stadt und forderten sofortiges Handeln, um die anhaltenden Herausforderungen zu bewältigen. Mit einstimmiger Zustimmung tritt der Haushalt nun im Juli rechtlich in Kraft.
Der Haushalt 2026 wurde ohne Gegenstimmen verabschiedet, doch Willich steht weiterhin vor einem Defizit von 25 Millionen Euro. Die Kinderbetreuungsgebühren bleiben nach dem Beschluss des Ausschusses unverändert, während die Gebührenanpassungen für die Tagesbetreuung nun festgeschrieben sind. Der neue Finanzplan wird ab Juli umgesetzt.






