Wiener Festwochen 2024: Rekordbesuch trotz sinkender Auslastung und mutiger Inszenierungen
Lotta WagnerWiener Festwochen 2024: Rekordbesuch trotz sinkender Auslastung und mutiger Inszenierungen
Die Wiener Festwochen präsentierten in diesem Jahr ein vielfältiges Programm mit mutigen Inszenierungen, Uraufführungen und interaktiven Stücken, die das Publikum begeisterten.
Milo Rau zeigte mit Republik der Götter fünf Wochen lang ein Stück, das er selbstbewusst als das „größte Drama aller Zeiten“ bezeichnete und als Weltpremiere herausstellte. Unter seiner Leitung verzeichnete das Festival zwar einen leichten Rückgang der Auslastung – von 96 auf 91 Prozent –, doch die Besucherzahl erreichte mit fast 196.000 Gästen einen Rekord.
Zu den weiteren Höhepunkten zählte Thorsten Lensings Tanzende Idioten, das vor allem für Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau gefeiert wurde. Auch Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben hinterließ als eindringliche Produktion einen bleibenden Eindruck. Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel bereicherten das abwechslungsreiche Programm.
Susanne Kennedys Parsifal litt unter zähem Tempo und wirkte statisch angesichts von Markus Selgs überwältigenden digitalen Visuals. Gob Squads Turn begeisterte dagegen mit einer interaktiven Erkundung des Doppelgänger-Effekts. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor setzte ein kraftvolles Statement gegen Gewalt.
Das Festival bot eine Mischung aus ambitionierten und experimentellen Werken. Trotz leicht gesunkener Auslastung bestätigten die Rekordbesucherzahlen seine Beliebtheit. Die Aufführungen reichten von kritisch gefeierten Dramen bis hin zu immersiven Publikumserlebnissen.






