RoRo-Kapazitäten knapper denn je: Chinas E-Auto-Boom treibt Logistikkosten in die Höhe
Ella KrausRoRo-Kapazitäten knapper denn je: Chinas E-Auto-Boom treibt Logistikkosten in die Höhe
Die Frachtraten für Containertransporte zwischen Shanghai und Nordwesteuropa sind im Januar weiter gesunken. Die durchschnittlichen Kosten liegen derzeit bei 1.700 US-Dollar pro High-Cube-FEU – ohne Umschlaggebühren. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach RoRo-Kapazitäten (Roll-on/Roll-off), angetrieben durch einen Boom bei den Fahrzeugausfuhren aus China, insbesondere bei Elektroautos.
Der Mangel an RoRo-Kapazitäten geht auf Schiffe zurück, die während der Pandemie verschrottet oder stillgelegt wurden. Nur wenige Ersatzkapazitäten sind hinzugekommen, sodass der Markt weiterhin angespannt bleibt. Wallenius Wilhelmsen, ein führender Anbieter in der Logistik für Fertigfahrzeuge, rechnet damit, dass dieser Engpass das gesamte Jahr 2023 anhalten wird.
Da in diesem Jahr nur elf Neubauten in Dienst gestellt werden sollen, fällt der Effekt auf die Gesamtkapazität kaum ins Gewicht. Die aktuelle RoRo-Kapazität wird voraussichtlich nur die Hälfte der geplanten chinesischen Fahrzeugausfuhren nach Europa abdecken. Die Automobilhersteller reagieren darauf, indem sie eigene Schiffe kaufen und Joint Ventures mit Logistikunternehmen eingehen.
Die Knappheit hat die Spotraten für leichte Fahrzeuge auf reinen Autotransportern und Lkw-Trägern im Januar um etwa 17 Prozent in die Höhe getrieben. Einige Hersteller akzeptieren sogar Strafzahlungen pro Einheit, weil sie vereinbarte Transportvolumina nicht erfüllen können. Zudem hat die Suche nach Containerkapazitäten für Fertigfahrzeuge aufgrund des RoRo-Mangels weiter zugenommen.
Die RoRo-Kapazitäten bleiben unter Druck, und eine spürbare Entlastung ist 2023 nicht in Sicht. Die Automobilhersteller passen sich an, indem sie in eigene Flotten investieren und höhere Kosten in Kauf nehmen. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage prägt weiterhin den Markt für Fahrzeuglogistik.
