18 June 2026, 16:10

Wie Solingen seine Bestattungskultur revolutioniert – vom Sarg zur Urne

Zahl der Urnenbeisetzungen auf evangelischen Friedhöfen steigt

Wie Solingen seine Bestattungskultur revolutioniert – vom Sarg zur Urne

Bestattungskultur in Solingen hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich gewandelt

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Sargbestattungen sind seltener geworden, während Urnenbeisetzungen mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Beerdigungen in den evangelischen Friedhöfen der Stadt ausmachen. Diese Entwicklung hat zu neuen, pflegeleichten Bestattungsformen für Angehörige geführt.

Noch im Jahr 2014 waren Sarg- und Urnenbestattungen auf Solingens evangelischen Friedhöfen fast gleichauf. Bis 2022 stieg der Anteil der Urnenbeisetzungen auf über 66 Prozent aller Bestattungen. Trotz dieses Wandels blieb die jährliche Gesamtzahl der Beisetzungen mit etwa 800 bis 850 stabil.

Die Kirchen haben darauf reagiert, indem sie einfachere Grabformen einführten. Wiesengräber, Kolumbarien und Baumbestattungen stehen nun zur Auswahl. Diese erfordern keine Pflege durch die Familien, da das Friedhofspersonal die Grabstätten gegen eine einmalige Gebühr übernimmt, die bereits in den Grabkosten enthalten ist. Die Gräber werden mit Stein- oder Rasenplatten gekennzeichnet.

Einige Friedhöfe bieten besondere Alternativen. Auf dem Friedhof Grünbaumstraße können Urnen im „Garten der Hoffnung“, einem Gemeinschaftsbereich, unter Bäumen oder zwischen Stauden beigesetzt werden. Der Friedhof Kasinostraße verfügt über das „Kunst- und Kultur“-Urnenfeld, wo die Urnen in restaurierten, historisch verzierten Grabstätten ihre letzte Ruhe finden. Eine weitere Neuerung erlaubt Bestattungen für Nicht-Kirchenmitglieder – eine Praxis, die früher nur selten gestattet war.

Der Trend zur Urnenbestattung hat die Möglichkeiten für Familien in Solingen erweitert. Pflegeleichte Gräber und besondere Orte wie der „Garten der Hoffnung“ oder die „Kunst- und Kultur“-Felder bieten Alternativen zur klassischen Bestattung. Die Grabpflege übernimmt nun das Friedhofspersonal, was die Belastung für die Hinterbliebenen verringert.

Quelle