Mangel an Hausärzten in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit geringster Hausarzt-Dichte
Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner
Aktuelle Zahlen des Bundesärzteregisters zeigen: In der Region Westfalen-Lippe kommen nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner – der niedrigste Wert unter allen 17 regionalen Ärztekammern Deutschlands. Der Mangel hat eine Debatte darüber ausgelöst, wie die wachsenden Versorgungslücken in der Grundversorgung geschlossen werden können.
Die SPD wirft Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vor, zu wenig gegen das Problem zu unternehmen. Parteimitglieder kritisieren, seine Politik habe den Rückgang der Hausarztzahlen in der Region nicht stoppen können. Laumann wies die Vorwürfe zurück und betonte, nachhaltige Lösungen brauchten Zeit und ließen sich nicht innerhalb einer Legislaturperiode umsetzen.
Schon 2009 hatte NRW ein Hausarzt-Förderprogramm gestartet, um neue Praxen in unterversorgten Gebieten zu unterstützen. Seither wurden über 1.000 Arztpraxen mit 29 Millionen Euro gefördert – 80 Prozent der Mittel flossen nach Westfalen-Lippe. Dennoch hinkt die Region anderen Bundesländern wie Hamburg (315 Hausärzte pro 100.000 Einwohner) oder Brandenburg (199 Hausärzte pro 100.000 Einwohner) weiterhin hinterher.
Um dem Mangel entgegenzuwirken, führte NRW eine Landarztquote ein. Im Rahmen des Programms haben sich 1.100 Medizinstudierende verpflichtet, nach ihrem Abschluss zehn Jahre lang als Hausärzte in der Region zu arbeiten. Aufgrund der langen Ausbildungsdauer werden die ersten Ärzte aus diesem Programm jedoch erst ab 2030 in den Praxen tätig sein.
Die Hausarztversorgung in Westfalen-Lippe bleibt damit die schlechteste Deutschlands – und eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Zwar gibt es Fördergelder und Quotenregelungen, doch deren volle Wirkung wird erst in Jahren spürbar sein. Bis dahin müssen sich die Bewohner weiter mit erschwertem Zugang zur medizinischen Grundversorgung arrangieren.






