Streiks im ÖPNV: Wie Eltern in Bielefeld den Schulweg ihrer Kinder meistern müssen
Ella KrausStreiks im ÖPNV: Wie Eltern in Bielefeld den Schulweg ihrer Kinder meistern müssen
Streiks im ÖPNV bringen Eltern in Deutschland in Not – Schulweg wird zum Hindernislauf
In Bielefeld zeigen die anhaltenden Ausstände im öffentlichen Nahverkehr, wie sehr Familien zu kämpfen haben, wenn Busse und Bahnen stillstehen. Trotz Forderungen nach Distanzunterricht müssen Schulen die Anwesenheitspflicht durchsetzen – selbst während Streiktagen.
Beim jüngsten Ausstand am Freitag hatte der Bielefelder Verkehrsbetrieb MoBiel zwar versprochen, Schulverbindungen priorisiert zu bedienen. Dennoch gelang es vielen Eltern nicht, ihre Kinder pünktlich in die Schule zu bringen. Manche Haushalte verfügen über kein Auto, andere müssen Vollzeitjob und Alleinerziehung unter einen Hut bringen.
An der Gesamtschule Rosenhöhe forderten Eltern vergeblich Online-Unterricht als Alternative – zumindest für die höheren Jahrgänge ab Klasse acht. Die Landesbildungsvorschriften verbieten Distanzlernen während Streiks und lassen Familien damit kaum Spielraum.
Da die Schulpflicht weiterhin gilt, bleiben vielen Eltern nur Notlösungen: Sie schieben Dienstpläne um, organisieren Fahrgemeinschaften oder kämpfen sich mit ihren Kindern zu Fuß durch den Verkehr. Einige plädieren dafür, den Stoff stattdessen strukturiert zu Hause zu erarbeiten – doch die Schulen halten sich strikt an die Vorgabe: Die Kinder müssen im Klassenzimmer sitzen, egal wie chaotisch die Verkehrslage ist.
Der Streik offenbart, wie wenig Unterstützung es für Familien gibt, die auf Bus und Bahn angewiesen sind. Zwar mildern MoBiels Maßnahmen die Probleme etwas ab, doch für viele bleibt der Schulalltag ein logistischer Kraftakt. Solange Distanzunterricht keine Option ist, müssen Eltern auch bei künftigen Arbeitsniederlegungen selbst Wege finden, um die Anwesenheitspflicht zu erfüllen.






