20 June 2026, 02:11

Sollten Kinder ohne Bronze-Schwimmabzeichen Schwimmbäder meiden?

Schwimm-Meister fordern Bronze-Vorschrift für unter 16-Jährige in Öffentlichen Schwimmbädern

Sollten Kinder ohne Bronze-Schwimmabzeichen Schwimmbäder meiden?

Eine Debatte ist entbrannt, ob unbegleitete Kinder zum Besuch öffentlicher Schwimmbäder das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze vorweisen müssen. Der Vorschlag findet Unterstützung bei Rettungsexperten, stößt aber auch auf Bedenken wegen möglicher unbeabsichtigter Folgen und Fragen der Gerechtigkeit.

Peter Harzheim, Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), forderte eine bundesweite Umsetzung der Regelung durch alle kommunalen und privaten Freibadbetreiber. Das Bronze-Abzeichen garantiere, dass Kinder sicher schwimmen könnten, argumentierte er. Ute Vogt, ebenfalls von der DLRG, zeigte Verständnis für den Vorschlag.

Christian Mankel, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB), hielt die Diskussion für nachvollziehbar. Gleichzeitig warnte er, dass strikte Einlassverbote Nichtschwimmer und schwache Schwimmer in unbewachte Gewässer drängen könnten – und damit neue Gefahren schaffen würden.

Die Grünen-Politikerin Schahina Gambir kritisierte den Vorstoß als ausgrenzend. Er treffe einkommensschwache Familien besonders hart, so ihre Befürchtung. Zwar anerkenne sie die Sicherheitsbedenken, doch das eigentliche Problem werde damit nicht gelöst: dass jedes Kind die Möglichkeit haben müsse, Schwimmen zu lernen.

Der Vorschlag zielt zwar auf mehr Sicherheit in öffentlichen Bädern ab, steht aber in der Kritik, weil er Kinder ausschließen und unerwünschte Nebenwirkungen haben könnte. Während Befürworter darin einen Beitrag zur Unfallprävention sehen, werfen Gegner der Maßnahme vor, sie lenke von der dringenderen Aufgabe ab – dem flächendeckenden Zugang zu Schwimmkursen.

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