Solingen streitet über drastische Erhöhung der Kita-Gebühren ab 2025
Der Stadtrat von Solingen sieht sich mit Widerstand gegen Pläne zur Reform der Kinderbetreuungsgebühren konfrontiert. Die CDU-Fraktion lehnt den Vorschlag der Verwaltung als unzureichend vorbereitet und finanziell belastend ab. Kritiker warnen, dass die Änderungen Solingen zur teuersten Stadt der Region für frühkindliche Bildung machen könnten.
Die Verwaltung möchte ab dem 1. August 2025 ein neues Gebührenmodell einführen. Für das kommende Kindergartenjahr sollen die Erhöhungen als Übergangsregelung auf 25 Prozent gedeckelt werden. Nach einer einjährigen Übergangsphase ist eine vollständige Neugestaltung geplant, doch die genauen finanziellen Auswirkungen bleiben unklar.
Laut Entwurf würden die Kosten für eine Ganztagsbetreuung bei sechs Prozent des jährlichen Haushaltseinkommens liegen – ein höherer Satz als in den Nachbarcommunen. Dies stößt bei CDU-Vertretern auf Bedenken. Simone Lammert, familienpolitische Sprecherin der CDU, kritisierte, der Plan mangele an Transparenz und könnte Familien ungleich belasten.
Die CDU-Fraktion besteht darauf, dass die Verwaltung vor einer Entscheidung eine detaillierte Finanzaufstellung vorlegt. Fraktionsvorsitzender Daniel Flemm monierte die mangelnde Vorbereitung und forderte ein Übergangsmodell, das die Einkommensverhältnisse besser berücksichtigt. Die Partei betonte zudem, dass der vorgeschlagene Zeitplan keine Entlastung für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen vorsieht.
Um die Auswirkungen zu bewerten, plant die Verwaltung, im Übergangsjahr Einkommensdaten der Familien zu erheben. Die CDU hält jedoch ohne klarere Prognosen an ihrer Kritik fest: Die Änderungen drohten, Eltern unfair zu belasten.
Der Streit lässt die Gebührenreform vorerst in der Schwebe. Sollte der Plan umgesetzt werden, würde das neue Modell im August 2025 in Kraft treten – mit einer 25-Prozent-Obergrenze für Erhöhungen im ersten Jahr. Ohne weitere Anpassungen könnten die Familien in Solingen jedoch höhere Kosten tragen müssen.






