Solingen plant drastische Kita-Gebührenerhöhung – Wirtschaft warnt vor Abwanderung
Clara KrausSolingen plant drastische Kita-Gebührenerhöhung – Wirtschaft warnt vor Abwanderung
Die Stadtverwaltung von Solingen plant eine deutliche Erhöhung der Kita-Gebühren, wobei die Kosten pro Kind künftig mehr als 400 Euro im Monat betragen könnten. Der Schritt hat scharfe Kritik von lokalen Wirtschaftsführern ausgelöst, die befürchten, dass Familien dadurch vertrieben werden und die Wirtschaftskraft der Stadt leiden könnte.
Die Gebührenerhöhung ist Teil der Politik der rot-grünen Koalition unter Bürgermeister Tim Kurzbach. Kritiker werfen der Verwaltung vor, keine Alternativen – etwa den Abbau von Verwaltungsstellen – geprüft zu haben, bevor die Beiträge angehoben wurden.
Gerlinde Steingruber, Vorsitzende des Solinger Mittelstandsverbands, warnte, dass die höheren Kosten Familien davon abhalten könnten, sich in der Stadt niederzulassen. Zudem könnte die Erhöhung die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Solingens schwächen, da benachbarte Kommunen deutlich niedrigere oder gar keine Gebühren erheben.
Marc Westkämper, stellvertretender Vorsitzender des Verbands, bezeichnete die geplante Maßnahme als „rückschrittlich und frauenfeindlich“. Er argumentierte, dass die höheren Beiträge es Müttern erschweren könnten, nach der Geburt wieder in den Beruf einzusteigen – mit negativen Folgen für Haushalte und lokale Unternehmen. Der Mittelstandsverband, der kleine und mittlere Betriebe vertritt, hat sich vehement gegen die Pläne ausgesprochen.
Die geplante Gebührenerhöhung stößt bei Wirtschaftsverbänden auf massive Ablehnung. Sollte sie umgesetzt werden, könnte sie dazu führen, dass sich weniger Familien für Solingen entscheiden und berufstätige Eltern finanziell stärker belastet werden. Die Stadtverwaltung hat auf die Kritik bisher noch nicht reagiert.






