05 June 2026, 12:16

Rücktritt von EKD-Ratsvorsitzender Kurschus nach Gewaltvorwürfen in der Kirche

"Auch wichtig für die Glaubwürdigkeit unserer Präventions- und Aufklärungsarbeit in Solingen"

Rücktritt von EKD-Ratsvorsitzender Kurschus nach Gewaltvorwürfen in der Kirche

Annette Kurschus ist von ihren Ämtern als Ratsvorsitzende der EKD und präside Bischöfin der Evangelischen Kirche von Westfalen zurückgetreten. Ihr Rücktritt folgt anhaltenden Diskussionen über den Umgang der Kirche mit Fällen sexualisierter Gewalt. Sie begründete ihren Schritt damit, Vertrauen wiederaufbauen und die Unterstützung der Opfer in den Vordergrund stellen zu wollen.

Die Evangelische Kirche in Solingen setzt sich seit 2018 mit einem eigens entwickelten „Schutzkonzept“ für die Aufarbeitung solcher Vorfälle ein. Das Schutzkonzept der Solinger Kirche, das 2018 eingeführt wurde, zielt darauf ab, sexualisierte Gewalt zu verhindern und angemessen darauf zu reagieren. Es schreibt verbindliche Schulungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte vor. Die Richtlinien legen zudem klare Meldewege für Vorfälle fest, einschließlich der Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden, sofern erforderlich.

Kurschus wies Vorwürfe zurück, sie habe in den späten 1990er-Jahren von schweren Vorwürfen gegen einen Kirchenmitarbeiter gewusst. Dennoch entschied sie sich für den Rücktritt und betonte, es gehe nun darum, die Opferunterstützung zu stärken und das Vertrauen in die Institution zurückzugewinnen.

Thomas Förster, stellvertretender Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Solingen und Synodalassessor, nahm zu ihrer Entscheidung Stellung. Er unterstrich, wie wichtig das Vertrauen in die Bemühungen der Kirche bleibt, sexualisierte Gewalt zu bekämpfen. Förster hob hervor, dass Transparenz und Rechenschaftspflicht innerhalb der Organisation unverzichtbar seien.

Betroffene sexualisierter Gewalt in Solingen können sich an Vertrauenspersonen oder an FABS, eine Beratungsstelle, wenden. Weitere Informationen zum Schutzkonzept und den verfügbaren Hilfsangeboten sind auf der Website der Kirche unter www.klingenkirche.de veröffentlicht.

Kurschus’ Rücktritt markiert einen Führungswechsel, während die Kirche weiterhin an der Aufarbeitung vergangener Versäumnisse arbeitet. Das Schutzkonzept in Solingen bleibt bestehen, Schulungen und Meldeverfahren werden weitergeführt. Auch die Unterstützungsangebote für Opfer bleiben über lokale Ansprechpartner und Online-Ressourcen zugänglich.

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