Rébecca Chaillons provokante Performance feiert Körper jenseits der Normen
Clara KrausRébecca Chaillons provokante Performance feiert Körper jenseits der Normen
Rébecca Chaillons neueste Performance Die Parabel der Säure bringt sieben Darsteller:innen für fast drei Stunden absurdistische Erkundungen auf die Bühne. Die Produktion befasst sich mit Themen wie körperlicher Nonkonformität, Gewicht und Glauben – alles eingekleidet in buttergelbe Roben und goldene Unterwäsche.
Die Show beginnt damit, dass das Ensemble über Butterberge klettert und auf der Bühne selbst Butter herstellt. Sie entschuldigen sich für ihre Körper, die sie als aufrührerisch beschreiben, und gestehen ungewöhnliche Essgewohnheiten. Die Aufführung beinhaltet eine groteske Nachstellung von The Biggest Loser und persifliert damit die Abnehmkultur.
Julie Teuf, vorgestellt als „Julie, 39, Steinbock. Arbeitstier“, verteilt Butter an das Publikum und lädt es zum Probieren ein. Zuschauer:innen können zudem an einer Verlosung teilnehmen, bei der es Lebensmittel im Wert von einem Zehntel ihres Körpergewichts zu gewinnen gibt. Die Performenden stürzen sich in Fressgelage, wickeln sich in Alufolie ein und posieren wie Bodybuilder:innen.
Das Stück bezieht sich auf Octavia Butlers Roman Die Parabel der Säerin und untersucht die „Magie des Glaubens“ im Leben. Gleichzeitig erkundet es die Realitäten von Körpern, die durch die Pariser Banlieues, körperliche Gewalt, Essanfälle und Leid geprägt sind. Regisseurin Rébecca Chaillon, die sich selbst als „schwarze, dicke, kinderlose, alternde Lesbe“ bezeichnet, ist eine prägende Figur der französischen Kulturszene.
Die Performance stellt mit surrealen, provokanten Akten Normen zu Körpern und Gewicht infrage. Das Publikum verlässt den Raum mit einem direkten – im wahrsten Sinne des Wortes – Geschmack der Themen. Die Verlosung und die Butterrituale unterstreichen den Fokus der Inszenierung auf Maßstäbe und Wahrnehmung.






