Petition fordert Rettung von Antirassismus-Projekten an Schulen nach Förderstopp
Clara KrausPetition fordert Rettung von Antirassismus-Projekten an Schulen nach Förderstopp
Ein Bündnis aus Bildungsinitiativen hat eine Petition mit dem Titel "Schulen zeigen Haltung" gestartet, um von Politiker:innen konkrete Maßnahmen zu fordern. Der Vorstoß erfolgt nach drastischen Kürzungen der Bundesförderung für Antirassismus- und Demokratieprojekte an Schulen – viele dieser Programme stehen nun vor einer ungewissen Zukunft.
Felix Bjerke leitet an seiner Schule das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage", wo 90 Prozent der Schüler:innen einen Migrationshintergrund haben. Seine Schule setzt auf Workshops zu Antirassismus, Extremismusprävention und der Bekämpfung von Antisemitismus. Doch Organisationen wie "180 Grad Wende" und "Transaidency", die solche Angebote begleiten, verlieren bald ihre Bundesförderung.
Die Kürzungen haben Debatten über die politische Neutralität von Lehrkräften entfacht und die Verunsicherung an Schulen verstärkt. Besonders betroffen sind Projekte in Ostdeutschland, wo der Einfluss rechtsextremer Kräfte wächst. Ländliche Schulen, die auf kostenlose schulinterne Programme angewiesen sind, werden die Folgen am stärksten spüren.
Rund 5.000 Schulen in ganz Deutschland gehören zum "Schule ohne Rassismus"-Netzwerk. Erst kürzlich hatte die AfD demokratiefördernde Initiativen innerhalb des Netzwerks scharf kritisiert – der Druck auf diese Programme nimmt weiter zu.
Die Petition "Schulen zeigen Haltung" zielt darauf ab, die Förderkürzungen rückgängig zu machen und die antirassistische Bildungsarbeit zu sichern. Ohne finanzielle Unterstützung könnten Schulen künftig kaum noch Workshops zu Extremismus und Diskriminierung anbieten. Die Entscheidung wird mitbestimmen, wie sich Jugendliche in Zukunft mit Demokratie und Vielfalt auseinandersetzen.






