NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Aufklärung wird massiv ausgebaut
Lotta WagnerNRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Aufklärung wird massiv ausgebaut
Nordrhein-Westfalens Polizei baut ihre Online-Aufklärung massiv aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine große Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich der digitalen Aufklärung zu stärken. Im Mittelpunkt steht Open Source Intelligence (OSINT) – eine Methode zur Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten, insbesondere aus sozialen Medien. Die Behörden bilden nun Beamte aus und erweitern spezialisierte Teams, um schneller auf neue Bedrohungen reagieren zu können.
Das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf hat sich zum zentralen Knotenpunkt für OSINT-Operationen entwickelt. Fabian Coenen leitet dort die Unterabteilung 22.2, die sich auf politisch motivierte Kriminalität spezialisiert hat. Sein Team ist von einst zwei Beamten auf 16 Fachkräfte angewachsen, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Erst kürzlich stellte das LKA zehn weitere Mitarbeiter ein – sechs davon für Coenens Einheit. Zudem arbeiten mittlerweile fast 100 zusätzliche Polizisten in sechs Landesbehörden an OSINT-Aufgaben.
Das LKA koordiniert die Aktivitäten der verschiedenen Einheiten, sorgt für einheitliche Standards und fördert die Zusammenarbeit. Dabei setzt man auf Schwarmintelligenz – also die Bündelung von Fachwissen aus mehreren Teams, um komplexe Fälle zu bearbeiten. Parallel hat das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) OSINT in seinen Lehrplan integriert. Ausbilder wie Marc Restemeyer schulen Beamte darin, wie sie Online-Informationen gezielt sammeln und bewerten können.
Darüber hinaus bieten sechs spezialisierte Staatsschutzeinheiten nun schnelle OSINT-Unterstützung für dringende Einsätze. Diese Teams konzentrieren sich auf dynamische politische Ereignisse mit potenziellen Risiken für die nationale Sicherheit und ermöglichen es der Polizei, digitalen Bedrohungen zeitnah zu begegnen.
Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten markiert einen Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit Online-Gefahren. Mit größeren Teams, strukturierter Ausbildung und abgestimmten Abläufen wollen die Behörden ihre Reaktion auf politisch motivierte Straftaten verbessern. Die Initiative stärkt zudem die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einheiten und sorgt für einen einheitlicheren Ansatz in der digitalen Aufklärung.






