11 January 2026, 08:30

Nitrat im Grundwasser: Warum strenge Düngeregeln nicht ausreichen

Eine Landschaft mit fließendem Wasser, Bäumen, Steinen und trockenen Blättern auf dem Boden.

Nitrat im Grundwasser: Warum strenge Düngeregeln nicht ausreichen

Nitratbelastung im Grundwasser bleibt ein hartnäckiges Problem – trotz strengerer Düngeregeln

Eine aktuelle Studie des VSR-Gewässerschutz zeigt, dass jeder sechste private Brunnen Nitratwerte oberhalb des gesetzlichen Grenzwerts aufweist. Die seit 1980 aktive Organisation setzt sich nun für eine stärkere Verbreitung von Agroforstwirtschaft ein, um das Problem zu bekämpfen.

Der VSR-Gewässerschutz überwacht seit Jahren die Nitratbelastung durch Tests von Brunnen- und Flusswasser. Die jüngsten Ergebnisse zeigen in einigen Regionen besorgniserregende Konzentrationen: In Hehn, Merreter, Varbrook, Broich und Neuwerk wurden Werte zwischen 100 mg/l und 162 mg/l gemessen – deutlich über dem zulässigen Höchstwert von 50 mg/l.

Die aktuellen Vorschriften zu Düngemengen und Ausbringungszeiten haben die Nitratbelastung nicht wie erhofft verringert. Tief wurzelnde Bäume in Agroforstsystemen können Nitrat aufnehmen, bevor es ins Grundwasser gelangt, und so die Verunreinigung reduzieren, ohne die Ernteerträge zu beeinträchtigen. Gleichzeitig fördern solche Systeme die Artenvielfalt und den Klimaschutz. In einem 2022 veröffentlichten Positionspapier mit dem Titel „Agroforst Jetzt!“ unterstreichen Fachleute aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Politik die Dringlichkeit, Agroforstwirtschaft in Deutschland umzusetzen. Das Bündnis argumentiert, dass diese Methode eine praktikable Lösung für die anhaltende Nitratproblematik bietet.

Der VSR-Gewässerschutz wirbt weiterhin für Agroforstwirtschaft als wirksames Mittel gegen Nitratbelastung. Angesichts der nach wie vor hohen Verunreinigung privater Brunnen betont die Organisation die Notwendigkeit von Handlungsmaßnahmen. Der Ansatz könnte helfen, die Ziele für sauberes Wasser zu erreichen, ohne die landwirtschaftliche Produktivität zu gefährden.