24 April 2026, 22:12

Netzbetreiber drosseln Wallbox-Ladeleistung – wie reagieren die Autobatterien?

Eine Liniengrafik, die den Anstieg der Verkaufszahlen von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen in Australien zeigt, begleitet von erklärendem Text.

Netzbetreiber drosseln Wallbox-Ladeleistung – wie reagieren die Autobatterien?

Neue Regeln in Deutschland ermöglichen es Netzbetreibern nun, die Ladeleistung von Wallboxen für Elektroautos bei Spitzenlast auf 4,2 Kilowatt zu drosseln. Die Anfang 2024 eingeführte Änderung soll die Belastung des Stromnetzes verringern. Gleichzeitig untersuchen Experten, wie sich verschiedene Lademethoden langfristig auf die Gesundheit der Fahrzeugbatterien auswirken.

Netzbetreiber können die Ladegeschwindigkeiten neuer Wallboxen vorübergehend reduzieren, wenn die Nachfrage besonders hoch ist. Diese Anpassung hilft, das Stromangebot auszugleichen, ohne die Autobatterien langfristig zu schädigen, wie Florian Ringbeck von der RWTH Aachen erklärt. Er betont, dass häufige Unterbrechungen während des Ladevorgangs die Lebensdauer der Batterien nicht spürbar verkürzen.

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Energie-Management-Systeme gewinnen ebenfalls an Bedeutung, da sie Ladezeiten automatisch an Preissignale anpassen. Dynamische Stromtarife ermöglichen es Fahrern, Kosten zu sparen, indem sie ihr Fahrzeug dann laden, wenn die Preise niedrig sind. Robin Zalwert vom TÜV-Verband warnt jedoch, dass solche Tarife dazu führen könnten, dass Batterien häufiger vollständig geladen werden – was den Alterungsprozess beschleunigen könnte.

Bidirektionales Laden, bei dem Autos Strom ins Netz zurückspeisen, belastet die Batterien zusätzlich. Simulationen zeigen, dass dies die Alterung der Batterien über ein Jahrzehnt hinweg um 1,5 bis 6 Prozent erhöhen könnte, was einer Reichweitenminderung von etwa 6 bis 19 Kilometern entspricht. Die Automobilhersteller gehen unterschiedliche Wege, um dieses Risiko zu managen.

Volkswagen und Ford setzen strenge Grenzen, wie viel Energie aus den Fahrzeugbatterien entnommen werden darf und wie lange sie zur Netzstabilisierung genutzt werden können. Mercedes-Benz verzichtet auf feste Beschränkungen, konzentriert sich jedoch darauf, die Stromflüsse schonend zu steuern. BMW hingegen schreibt keine harten Limits vor, weist Kunden aber darauf hin, dass eine intensive Nutzung des bidirektionalen Ladens Auswirkungen auf die Garantie haben könnte.

Die neuen Regelungen geben Netzbetreibern mehr Spielraum, um die Stromnachfrage durch Elektroautos zu steuern. Die Hersteller setzen auf unterschiedliche Strategien, um Netzunterstützung und Batterielebensdauer in Einklang zu bringen. Fahrer haben nun mehr Möglichkeiten, Ladekosten zu sparen – auch wenn einige Methoden langfristig die Batterieleistung beeinflussen könnten.

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