Mittelstandsverband MIT zerpflückt Wachstumschancengesetz als unzureichende Reform
Sophia KellerMittelstandsverband MIT zerpflückt Wachstumschancengesetz als unzureichende Reform
Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) kritisiert Entwurf des Wachstumschancengesetzes
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), mit rund 25.000 Mitgliedern größter Wirtschaftsverband Deutschlands, hat den jüngsten Entwurf des Wachstumschancengesetzes scharf kritisiert. Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen, warnte davor, den Mittelstand durch die geplanten Maßnahmen zu spalten. Der Verband argumentiert, die aktuelle Fassung verfehle bei Weitem die Lösung der wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes.
Ursprünglich sollte das Gesetz Unternehmen mit Entlastungen in Höhe von rund drei Milliarden Euro unterstützen. Doch aufgrund des Drucks der Bundesländer wurde diese Summe deutlich gekürzt. Die MIT, die sich für die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft einsetzt, fordert stattdessen eine echte wirtschaftliche Wende – statt der aus ihrer Sicht unzureichenden Maßnahmen.
In den Verhandlungen hatte die CDU/CSU darauf bestanden, dass wirtschaftliche Entlastungen nur mit dem vollständigen Erhalt der Landwirtschafts-Dieselrückerstattung möglich seien. Dennoch zeigt sich die MIT unzufrieden: Die endgültige Fassung des Gesetzes gehe nicht weit genug, um die anhaltende Standortkrise Deutschlands zu bewältigen.
Steingrüber betonte, der Mittelstand dürfe in der Debatte um das Gesetz nicht gegeneinander ausgespielt werden. Stattdessen appellierte sie an die Politik, wirtschaftliche Vernunft und langfristige Planungssicherheit für Unternehmen im ganzen Land in den Vordergrund zu stellen.
Das Wachstumschancengesetz sieht nun deutlich geringere finanzielle Entlastungen vor als ursprünglich geplant. Die MIT drängt weiterhin auf tiefgreifendere Wirtschaftsreformen und hält die aktuellen Vorschläge für ungenügend. Die Forderungen des Verbands spiegeln die breiteren Sorgen um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und die Notwendigkeit stärkerer Unterstützung für die Wirtschaft wider.
