Mindestlohn steigt ab Juli 2024 – doch Kritik bleibt laut
Die Mindestlohnkommission hat eine Erhöhung des Mindestlohns beschlossen. Ab dem 1. Juli 2024 steigt der Satz um 27 Cent pro Stunde. Die Entscheidung fiel nicht einstimmig – einige Mitglieder sprachen sich gegen die Anpassung aus.
Sozialverbände hatten sich für einen deutlich stärkeren Anstieg eingesetzt und mindestens 14 Euro gefordert. Arbeitgeber hingegen bezeichneten diese Forderungen als unrealistisch und warnten vor möglichen Arbeitsplatzverlusten in Branchen mit niedrigen Löhnen.
Heike Herrig, Vorsitzende des VdK-Sozialverbands in Solingen-Remscheid, erläuterte die Auswirkungen auf die Beschäftigten. Ein Vollzeitbeschäftigter zum Mindestlohn werde künftig monatlich 71,34 Euro mehr brutto verdienen. Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied und Vertreter in der Kommission, kritisierte das Ergebnis scharf. Er argumentierte, dass die Erhöhung für fast sechs Millionen Mindestlohnbezieher einen spürbaren Reallohnverlust bedeute.
Bereits für den 1. Januar 2025 ist eine weitere Anhebung um 41 Cent pro Stunde vorgesehen. Die neuen Sätze treten damit in zwei Stufen innerhalb des kommenden Jahres in Kraft. Zwar erhalten die Beschäftigten eine moderate Lohnerhöhung, doch bleiben Zweifel an ihrer Angemessenheit. Arbeitgeber warnen weiterhin vor den wirtschaftlichen Folgen weiterer Steigerungen.






