Kupfer aus Müllverbrennungsasche: Neues Verfahren revolutioniert Recycling und spart Rohstoffe
Clara KrausKupfer aus Müllverbrennungsasche: Neues Verfahren revolutioniert Recycling und spart Rohstoffe
Neues Verfahren zur Kupfergewinnung aus Müllverbrennungsasche zeigt vielversprechende Ergebnisse in Industrieversuchen
Das EMSARZEM-Projekt hat im Juli 2023 erfolgreich ein Verfahren getestet, mit dem sich Kupfer aus der Asche von Müllverbrennungsanlagen gewinnen lässt. Die Methode ermöglicht nicht nur die Rückgewinnung wertvoller Metalle, sondern auch die Wiederverwendung der verbleibenden Mineralien – und könnte die Aufbereitung von Asche in manchen Fällen wirtschaftlicher machen als den klassischen Bergbau.
Allein in Deutschland wurden 2022 rund 25 Millionen Tonnen Abfall verbrannt, wobei Asche zurückblieb, die geringe, aber wertvolle Metallanteile enthält. Besonders der feine Anteil dieser Asche enthält zwischen 0,3 und 0,5 Prozent Kupfer – eine Konzentration, die mit kupferarmem Erz vergleichbar ist. Solche Erze gelten erst ab einem Kupfergehalt von mindestens 0,3 Prozent als wirtschaftlich abbauwürdig.
Das EMSARZEM-Projekt zielt darauf ab, diese Metalle zu extrahieren und gleichzeitig die verbleibenden Mineralien für die Zementproduktion wiederzuverwerten. Bisher werden in herkömmlichen Systemen jährlich etwa 600.000 Tonnen Metalle aus Rückständen der Müllverbrennung zurückgewonnen. Mit dem neuen Verfahren ließe sich diese Menge jedoch deutlich steigern: Theoretisch könnten bis zu 8.000 Tonnen Kupferkonzentrat pro Jahr produziert werden.
Die Tests bestätigten, dass das gewonnene Konzentrat etwa 2.800 Tonnen Kupfer sowie 20 Tonnen Silber und 100 Kilogramm Gold enthalten würde. Der Versuch bewies, dass die Methode im industriellen Maßstab funktioniert – ein wichtiger Schritt für eine breitere Anwendung.
Der Erfolg des EMSARZEM-Projekts deutet darauf hin, dass Müllverbrennungsasche zu einer wertvollen Metallquelle werden könnte. Durch die Kombination von Metallrückgewinnung und Mineralienwiederverwertung bietet das Verfahren eine potenziell nachhaltigere und kostengünstigere Alternative zum klassischen Bergbau. Bei einer Ausweitung des Verfahrens ließe sich zudem der Bedarf an Deponien für Verbrennungsrückstände verringern.






