30 May 2026, 12:12

Klimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren gegen fossile Gasprojekte und Rüstungsinvestitionen

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

Klimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren gegen fossile Gasprojekte und Rüstungsinvestitionen

Klimaschutzaktivist:innen haben eine Welle von Protesten im Ruhrgebiet gestartet, um sich gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastruktur zu stellen. Am Freitag nahmen rund 1.500 Menschen an vier koordinierten Kundgebungen teil, die sich gegen Kraftwerke, Fabriken und Verkehrs­knotenpunkte richteten. Organisiert wurden die Aktionen vom antikapitalistischen Bündnis Ende Gelände, das ein Ende neuer Gasprojekte fordert.

In Gelsenkirchen-Scholven blockierten Demonstrant:innen das Kraftwerk Scholven, wo Betreiber den Bau einer zusätzlichen Gaseinheit planen. Aktivist:innen installierten zudem Solarpaneele auf dem Gelände, um auf erneuerbare Alternativen aufmerksam zu machen. Gleichzeitig störte eine weitere Gruppe in Mülheim den Schichtwechsel im Stahlwerk Friedrich Wilhelms Hütte, einer Produktionseinrichtung des Rüstungskonzerns KNDS, in den die Bundesregierung Milliarden investieren will.

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Bei einer weiteren Aktion besetzten Aktivist:innen die Werksgleise von Europipe in Mülheim, Europas größtem Pipeline-Hersteller. In Hamm zogen Demonstrant:innen mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof, auf dem „Energiekonzerne enteignen“ stand.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein polizeiliches Verbot für eine geplante Demonstration am Samstag am Kraftwerk Gersteinwerk und begründete dies mit der Gefahr zivilen Ungehorsams. Die Organisator:innen haben gegen den Beschluss Berufung eingelegt und erwarten bis Freitagabend eine Entscheidung. Sie kündigten an, die Kundgebung unabhängig vom Ausgang des Verfahrens durchzuführen.

Für Samstag ist eine Großdemonstration geplant, zu der tausende weitere Teilnehmer:innen erwartet werden. Unterstützt wird die Veranstaltung von Greenpeace, dem BUND, Fridays for Future, Campact sowie lokalen Initiativen vom Hammer Klimacamp. Auch die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg wird an der Kundgebung teilnehmen.

Die Proteste markieren eine deutliche Zuspitzung des Widerstands gegen fossile Projekte in der Region. Während rechtliche Auseinandersetzungen anstehen und großflächige Demonstrationen geplant sind, bleibt das Spannungsverhältnis zwischen Organisator:innen und Behörden über das Recht auf Protest bestehen. Der Ausgang der Samstagsaktionen wird voraussichtlich die künftigen Klimaproteste in Deutschland prägen.

Quelle