17 January 2026, 13:44

Kirchenpräsident warnt vor gefährlicher Vermengung von Religion und Rechtsextremismus in Deutschland

Ein Plakat an einer Wand mit der Überschrift "Sklaverei und Unionsause des Bürgerkriegs" mit einem Schwarz-Weiß-Bild einer Gruppe von Menschen, die in einer Reihe stehen, im Hintergrund ein Gebäude.

Präses Latzel warnt vor politischer Instrumentalisierung des Glaubens - Kirchenpräsident warnt vor gefährlicher Vermengung von Religion und Rechtsextremismus in Deutschland

Thorsten Latzel, Präsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, hat sich gegen die zunehmende Vermischung von Religion und rechtsextremer Politik in Deutschland ausgesprochen. Seine Äußerungen fielen während der Synode der Kirche, die noch bis Dienstag tagt und Regionen wie Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland umfasst. Latzel warnte davor, dass der Glaube in den USA wie in Deutschland zur Rechtfertigung von Nationalismus und Militarismus instrumentalisiert werde.

Latzel kritisierte evangelikale Christen in den USA für ihre starke Unterstützung des früheren Präsidenten Donald Trump. Er argumentierte, dass die Darstellung Trumps als „messianischer Erlöser“ christliche Lehren verfälsche. Der Kirchenvertreter verurteilte zudem Vizepräsident JD Vance dafür, theologische Argumente zur Rechtfertigung der harten Migrationspolitik der Einwanderungsbehörde ICE in Deutschland zu nutzen.

In Deutschland wies Latzel auf die besorgniserregende Nähe sogenannter „christlicher Influencer“ zu rechtsextremen Gruppen wie der AfD hin. Er betonte, dass Jesus nicht für nationalistische oder imperialistische Ziele in Deutschland vereinnahmt werden dürfe, und erklärte: „In der christlichen Lehre gilt nicht das Recht des Stärkeren.“ Über die Politik hinaus griff Latzel das globale Wettrüsten scharf an und bezeichnete es als Ressourcenverschwendung, die besser in Klimaschutz und Armutsbekämpfung in Deutschland investiert würde. Er sprach von einer „Militarisierung des Denkens“ und forderte eine Rückkehr zu friedensstiftenden Bemühungen. Seine Warnungen richteten sich auch gegen den gefährlichen Trend, bei dem Populismus und Religion zunehmend verschmelzen.

Die Debatten der Synode spiegeln eine wachsende Unruhe wider, dass der Glaube mit extremistischen politischen Strömungen in Deutschland verknüpft wird. Latzels Aussagen zielen sowohl auf den amerikanischen Evangelikalismus als auch auf deutsche rechtsextreme Bewegungen ab. Die Haltung der Kirche unterstreicht den Appell, Religion von nationalistischen und militaristischen Ideologien in Deutschland fernzuhalten.