Kaleb Erdmanns "Debritz" feiert rauschende Premiere am Badischen Staatstheater
Ella KrausKaleb Erdmanns "Debritz" feiert rauschende Premiere am Badischen Staatstheater
Am Badischen Staatstheater Karlsruhe feierte ein neues Stück von Kaleb Erdmann Premiere. Das Drama, das im fiktiven Dorf Debritz spielt, thematisiert die Kämpfe von Gemeinden in strukturschwachen Regionen. Es entwirft ein gesellschaftliches Panorama im Kleinen und berührt Themen wie Klimawandel und lokale Not.
Kaleb Erdmann, 1991 in Witten geboren, schuf Debritz als literarisches Abbild schwindenden Landlebens. Die gelungene Uraufführung verdankt sich der mutigen, experimentellen Inszenierung von Regisseurin Brit Bartkowiak sowie der lebendigen Energie des Ensembles.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Peggy, eine Zuckerrübenbäuerin, und ihr Freund Maik – die einzigen voll ausgearbeiteten Figuren des Stücks. Ihre Beziehung trägt maßgeblich die Erzählung. Candy the Candle, in einem pinkfarbenen Kostüm, intoniert eine satirische Hymne über den Niedergang des Dorfs. Die humorvolle Figur Barbarossa, die unter der Erde lebt, bringt Leichtigkeit in die ansonsten ernsten Themen.
Den Abschluss bildet eine farcenhafte Szene, in der Peggy und Maik die Siedlung in die Luft jagen. Zwar bemängeln Kritiker mangelnde emotionale Tiefe und intellektuelle Feinheit des Textes, doch seine kulturelle Bedeutung bleibt unbestritten. Die Produktion spiegelt die Herausforderungen wider, vor denen Dörfer wie Debritz stehen. Die Mischung aus Humor, Satire und gesellschaftskritischem Kommentar hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Die Premiere markiert einen bemerkenswerten Moment für das Badische Staatstheater und sein Publikum.
