09 January 2026, 04:32

Julia Ruhs startet scharfe *Bild*-Kolumne nach öffentlich-rechtlichem Eklat

Eine Zeitung mit darauf gedrucktem Text.

Julia Ruhs startet scharfe *Bild*-Kolumne nach öffentlich-rechtlichem Eklat

Die Journalistin Julia Ruhs wechselt zur Bild und wird dort eine neue Kolumne mit dem Titel Mein Standpunkt schreiben, in der sie sich mit politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. Die zweimal monatlich erscheinende Rubrik wird ihre Perspektive präsentieren, die die Zeitungsführung als scharf und ungeschönt beschreibt. Ruhs, ausgebildete Politikwissenschaftlerin, hat sich als eine der prägnantesten jungen Medienstimmen Deutschlands einen Namen gemacht.

Für ihre neue Rolle bringt Ruhs umfangreiche Erfahrung mit. Sie arbeitete unter anderem für große Sender wie ARD und den Bayerischen Rundfunk (BR), wo sie die politische Dokumentationsreihe Klar moderierte. Ihr Abschied von der Sendung folgte auf interne Kritik beim NDR, wo einige Mitarbeiter monierten, das Format mangele es an Ausgewogenheit und setze zu stark auf Emotionalität. Ruhs selbst deutete später an, sie sei dem Sender zu rechts gewesen – eine Begründung, die der NDR jedoch nie öffentlich bestätigte.

Ihre Positionen weichen oft vom Mainstream der Medienlandschaft ab. In früheren Debatten argumentierte sie, dass die Vermeidung kontroverser Themen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Zuschauer in Richtung radikalerer Quellen treibe. Politisch ordnet sie sich im bürgerlich-konservativen Spektrum ein, mit Nähe zu FDP und CDU, während sie sich deutlich von der AfD distanziert. 2025 veröffentlichte sie das Buch Links-grüne Meinungsmacht: Wie unser Land gespalten wird, eine Analyse der Polarisierung in der deutschen Gesellschaft. Marion Horn, Chefredakteurin der Bild und Vorsitzende der Chefredaktion, lobte Ruhs als messerscharfe Analytikerin mit furchtloser Haltung. Die zum Axel-Springer-Konzern gehörende Zeitung positioniert sie als zentrale Stimme im Meinungsressort.

Ruhs’ Kolumne wird mindestens zweimal im Monat in der Bild erscheinen und ihre Sicht auf aktuelle Debatten bieten. Ihre Verpflichtung unterstreicht den Kurs der Zeitung, mutigen, meinungsbetonten Journalismus zu fördern. Der Schritt folgt auf ihren vielbeachteten Abschied aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wo ihre Haltungen häufig für Diskussionen sorgten.