29 April 2026, 02:28

Inflation steigt 2024 auf 4,6 Prozent – warum die Preise jetzt wieder explodieren

Eine blaue Liniengrafik, die die Euro-Zonen-Inflation in den Vereinigten Staaten zeigt, mit erklärendem Text oben.

Inflation steigt 2024 auf 4,6 Prozent – warum die Preise jetzt wieder explodieren

Deutschland bereitet sich auf einen deutlichen Anstieg der Inflation bis Ende 2024 vor – aktuelle Prognosen sagen nun eine Rate von 4,6 Prozent voraus. Der plötzliche Anstieg folgt auf Monate relativer Stabilität und ist vor allem auf die eskalierenden Spannungen im Persischen Golf nach einem US-Angriff auf den Iran zurückzuführen. Ökonomen warnen, dass höhere Preise mit einer schwachen Wirtschaftsentwicklung zusammenfallen könnten, was Haushalte und Politiker gleichermaßen unter Druck setzt.

Die jüngsten Inflationsprognosen stammen vom IW-Institut, das die Preisentwicklung seit der Energiekrise 2022 verfolgt, die durch Russlands Angriff auf die Ukraine ausgelöst worden war. Damals war die Teuerungsrate auf über 10 Prozent hochgeschnellt und hatte im Jahresdurchschnitt 6,9 Prozent betragen. Zwar war die Inflation bis März 2024 auf 2,7 Prozent gesunken, doch das IW erwartet nun einen Anstieg auf 3,5 Prozent für das gesamte Jahr 2026.

Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, wies auf die Gefahren einer Stagflation hin – ein Szenario, in dem steigende Preise auf eine schwache Wirtschaftstätigkeit treffen. Er forderte die Regierung auf, gezielt einkommensschwache Haushalte zu unterstützen, und schlug vor, das Pendlerpauschale zu erhöhen, um die gestiegenen Fahrtkosten abzufedern. Frühere Vorschläge, wie der Plan von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die Spritsubventionen für alle Autofahrer auszuweiten, stießen innerhalb ihrer eigenen Partei auf Widerstand.

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Als Reaktion auf den US-Israel-Konflikt mit dem Iran hat die Bundesregierung bereits Entlastungsmaßnahmen ergriffen, darunter eine temporäre Spritpreissenkung ab dem 1. Mai. Das IW verwies zudem darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) eingreifen könnte – ähnlich wie 2022, als sie die Geldpolitik straffte, um die Inflation einzudämmen.

Der erwartete Inflationssprung auf 4,6 Prozent bis Ende 2024 wird die Haushaltsbudgets weiter belasten. Mit bereits umgesetzten Entlastungen und Forderungen nach gezielterer Unterstützung stehen die Politiker vor der Herausforderung, wirtschaftliche Stabilität und steigende Lebenshaltungskosten in Einklang zu bringen. Die Lage bleibt dynamisch, da geopolitische Spannungen weiterhin die Energiemärkte und Preiserwartungen beeinflussen.

Quelle