08 June 2026, 12:13

GLS Bank in der Kritik: Warum sie Konten von DKP und Roter Hilfe schloss

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsversammlung

GLS Bank in der Kritik: Warum sie Konten von DKP und Roter Hilfe schloss

GLS Bank gerät nach Kontoschließungen in die Kritik

Die GLS Bank sieht sich massiver Kritik ausgesetzt, nachdem sie Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe geschlossen hat. Die Entscheidung löste landesweite Proteste aus, darunter einen offenen Brief mit Tausenden Unterschriften, der vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“ warnt. Trotz der Kontroverse erhielt die Bankführung auf der jüngsten Mitgliederversammlung in Bochum jedoch eine überwältigende Rückendeckung.

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Die Kontosperrungen erfolgten, nachdem Aufsichtsbehörden Banken verpflichtet hatten, verdächtige Transaktionen unverzüglich zu melden. Die GLS Bank betonte, die Maßnahme sei aus rechtlichen und regulatorischen Gründen erfolgt – nicht aus politischen Motiven. DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger warf der Bank hingegen „vorauseilenden Gehorsam“ vor, um ihre Geschäftsinteressen in den USA zu schützen.

Die Proteste nahmen schnell an Fahrt auf: Tausende unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die Rücknahme der Entscheidung forderten. Unterdessen verfügte ein Gericht, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Roten Hilfe vorläufig offenhalten muss. Die GLS Bank reagierte mit Gesprächen mit betroffenen Kunden und bot Beratung an, um auffällige Transaktionen zu vermeiden.

Auf der Mitgliederversammlung in Bochum stimmten 676 von 720 Anwesenden für die Bestätigung des Vorstands. Parallel fand ein Nachhaltigkeitsfest statt, bei dem der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck auftrat. Trotz des Aufruhrs bleiben die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank vorerst geöffnet.

Der Streit wirft grundsätzliche Fragen zum Spannungsfeld zwischen Finanzregulierung und politischem Engagement auf. Während die GLS Bank auf die rechtliche Notwendigkeit ihrer Entscheidung pocht, warnen Kritiker vor einem gefährlichen Präzedenzfall. Zwar behält die Rote Hilfe vorerst Zugang zu ihren Konten – doch die Debatte über Bankenwesen und Meinungsfreiheit geht weiter.

Quelle