Fords Kölner Werk kämpft ums Überleben – Renault-Partnerschaft als letzte Rettung

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Fords Kölner Werk kämpft ums Überleben – Renault-Partnerschaft als letzte Rettung

Fords europäisches Geschäft steht vor großen Herausforderungen, während der Konzern seine Strategie neu ausrichtet. Das Kölner Werk, einst ein zentraler Produktionsstandort, läuft aufgrund schwacher Absatzzahlen der Modelle Explorer und Capri nur noch mit 26 Prozent Auslastung. Angesichts drohender Stellenstreichungen und schrumpfender Marktanteile sorgt die neue Partnerschaft mit Renault bei den Gewerkschaften für Besorgnis.

Die Probleme des Unternehmens in Europa begannen mit einem fehlkalkulierten Vorstoß in den Elektrofahrzeugmarkt. Ford stieg spät ein und bot teure Modelle an, die seine traditionelle Kundschaft nicht überzeugten. Bis 2024 hatte das Kölner Werk vollständig auf die Produktion elektrischer Versionen von Explorer und Capri umgestellt – doch die Nachfrage blieb gering. Die Fabrik arbeitet seitdem weit unter der Rentabilitätsgrenze, was zu Plänen für etwa 3.700 Stellenabbau bis 2027 führt. Die Belegschaft soll damit von einst 50.000 auf nur noch 7.800 Mitarbeiter schrumpfen.

Im Pkw-Bereich ist Fords Marktanteil in Europa auf knapp über drei Prozent gesunken. Als Reaktion kündigte das Unternehmen eine Kooperation mit Renault an, um zwei bezahlbare Elektroautos auf Basis von Renaults Ampere-Plattform zu entwickeln. Die Produktion der Modelle, die auf den Varianten AmpR Small und AmpR Medium basieren, soll 2028 im Renault-Werk ElectriCity in Nordfrankreich starten. Zudem könnte Ford die Zusammenarbeit auf leichte Nutzfahrzeuge ausweiten.

Die Gewerkschaften zeigen sich jedoch skeptisch. Die IG Metall, die die Belegschaft in Köln vertritt, warnt, dass die Zukunft des Werks ungewiss bleibe, sofern nicht die Produktion neuer, erschwinglicher Elektromodelle auf einer eigenen Plattform gesichert werde. Als abschreckendes Beispiel wird die Übernahme von Opel durch Peugeot und die spätere Eingliederung in Stellantis genannt. Die Ford-Führung räumt zwar ein, dass das europäische Pkw-Geschäft weiter an Bedeutung verlieren könnte, betont aber, dass die Partnerschaft mit Renault für das Überleben notwendig sei.

In den USA hat Ford unter CEO Jim Farley angesichts politischer Veränderungen die Strategie angepasst. Nach der Haltung von Ex-Präsident Donald Trump zu Verbrennermotoren und der Streichung von Steuervergünstigungen für Elektrofahrzeuge strich Ford die Pläne für eine zweite Generation elektrischer Modelle – mit der Folge einer Abschreibung in Höhe von 19,5 Milliarden Dollar. Dennoch bleibt das Unternehmen in Europa dem Thema Elektrifizierung verpflichtet, auch wenn die Produktion stark von Renaults Infrastruktur abhängen wird.

Die Zukunft des Kölner Werks steht auf dem Spiel, während Ford die Partnerschaft mit Renault vorantreibt. Mit Tausenden gefährdeten Arbeitsplätzen und der Verlagerung der Produktion nach Frankreich durchlebt der Konzern in Europa eine kritische Phase. Ob es Ford gelingt, seine Position in der Region zu stabilisieren, hängt vom Erfolg der neuen, bezahlbaren Elektromodelle ab.

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