Dortmunds Obdachlose sterben in der Kälte – Stadt ohne Notunterkunftslösung
Sophia KellerDortmunds Obdachlose sterben in der Kälte – Stadt ohne Notunterkunftslösung
Pläne für zusätzliche Notunterkünfte am Dortmunder Hauptbahnhof scheiterten im Dezember 2025
Die Bauaufsichtsbehörde der Stadt hatte im vergangenen Dezember die Genehmigung für den Bau einer weiteren Notunterkunft in der Nähe des Dortmunder Hauptbahnhofs verweigert. Dadurch blieben über 500 obdachlose Menschen ohne zusätzlichen Schutz vor der winterlichen Kälte. Unterdessen starben in den letzten Wochen mindestens drei Personen – vermutlich aufgrund von Unterkühlung.
Am Heiligabend wurde ein Obdachloser tot aufgefunden, neben ihm schlief eine weitere Person. Es war bereits der dritte Todesfall dieser Art in Dortmund seit November. Aktivisten warnen, dass die eisigen Temperaturen für Menschen ohne Obdach eine lebensbedrohliche Gefahr darstellen.
Bastian Pütter von bodo e.V. fordert die Stadt auf, umgehend zu handeln. Er schlägt vor, eine U-Bahn-Ebene für Übernachtungen zu öffnen oder kurzfristige Notquartiere in der Stadt wie Essen oder Stuttgart einzurichten. Nach seinen Schätzungen haben in Dortmund mehr als 500 Menschen keinen sicheren Wohnraum und benötigen dringend Hilfe. Die Stadtverwaltung betont hingegen, dass die bestehenden Unterkünfte – darunter eine Notaufnahme in der Nähe des Zoos – ausreichend Kapazitäten böten. Kritiker halten diese Angebote jedoch angesichts der steigenden Nachfrage im Winter für unzureichend.
Das Scheitern der Pläne für die Notunterkunft lässt viele Menschen weiter schutzlos der Kälte ausgesetzt. Mit bereits drei Todesopfern wächst der Druck auf die Stadt, Lösungen zu finden. Die nächsten Schritte Dortmunds werden entscheiden, ob in diesem Winter weitere Menschenleben gerettet werden können.