Doppelte Ampeln in Rheda-Wiedenbrück: Warum Steuergelder hier sinnlos verpulvert werden
Clara KrausDoppelte Ampeln in Rheda-Wiedenbrück: Warum Steuergelder hier sinnlos verpulvert werden
Doppelte Ampelanlage in Rheda-Wiedenbrück: Kritik an Verschwendung von Steuergeldern
Eine ungewöhnliche doppelten Ampelanlage in Rheda-Wiedenbrück hat Kritik wegen der Verschwendung öffentlicher Mittel auf sich gezogen. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat die fragwürdige Installation in sein aktuelles „Schwarzbuch“ über staatliche Fehlinvestitionen aufgenommen. Der Fall zeigt nicht nur ein langwieriges Entscheidungsverfahren mit mehreren Behörden auf, sondern wirft auch Fragen zur sinnvollen Verwendung von Steuergeldern auf.
Ausgangspunkt war der Antrag der Stadt Rheda-Wiedenbrück auf Landesförderung für einen Radweg entlang einer alten Bahnstrecke. Eine zentrale Auflage: die sichere Querung der Pixeler Straße für Radfahrer. Die Stadt schlug zunächst eine Absperrung mit einer Überquerungshilfe in 20 Metern Entfernung vor – doch die Bezirksregierung lehnte diese Lösung ab.
Die Ablehnung zwang die Stadt dazu, innerhalb von nur 20 Metern gleich vier Ampeln aufzustellen – eine Anordnung, die später als verwirrend und übertrieben komplex kritisiert wurde. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 98.000 Euro, hinzu kommen jährliche Wartungskosten von 1.000 bis 1.500 Euro. Der Bund der Steuerzahler übt scharfe Kritik: Weder Kosteneffizienz noch Praktikabilität seien ausreichend berücksichtigt worden.
Die Stadtverwaltung verteidigte die Maßnahme mit dem Verweis, die Bezirksregierung habe die Ampeln als Bedingung für die Förderung gefordert. Zugleich räumte man ein, dass die Anlage für Verwirrung sorge – selbst der Comedian Mario Barth nahm sie bereits auf die Schippe. An der Entscheidung waren insgesamt sieben verschiedene Behörden beteiligt, was den Prozess zusätzlich verkomplizierte.
Der Fall gilt inzwischen als Musterbeispiel für bürokratische Ineffizienz und unnötige Ausgaben. Die Steuerzahler müssen nun dauerhaft für die Wartung einer Lösung aufkommen, die viele als unpraktikabel ansehen. Der Bund der Steuerzahler fordert weiterhin mehr Transparenz und Verantwortung bei öffentlichen Infrastrukturprojekten.






