15 January 2026, 21:05

Deutsche Bahn saniert Strecke – doch veraltete Stellwerke bleiben unangetastet

Ein altes Stadtplan von Köln, Deutschland, das die Gebäudeanlage mit begleitendem Text zeigt.

Deutsche Bahn saniert Strecke – doch veraltete Stellwerke bleiben unangetastet

Große Sanierung der Strecke Hagen–Wuppertal–Köln: Deutsche Bahn lässt veraltete Stellwerkstechnik unangetastet

Trotz massiver Kritik wird die Deutsche Bahn im Rahmen der umfassenden Sanierung der Bahnstrecke Hagen–Wuppertal–Köln acht veraltete Stellwerke nicht modernisieren. Die Entscheidung stößt bei Politikern und Branchenbeobachtern auf scharfe Ablehnung.

Während die sechs Hauptbahnhöfe entlang der Strecke vollständig saniert werden – vier davon als „zukunftssichere Bahnhöfe“ bezeichnet – verzögern sich die Arbeiten an den sechs S-Bahn-Stationen mindestens bis Ende 2027. Diese Verzögerung verstärkt die Bedenken hinsichtlich des Umfangs des gesamten Projekts.

Drei der Stellwerke – in Schwelm, Solingen und im Hauptbahnhof Hagen – sind derzeit als „mangelhaft“ eingestuft. Zwei weitere, in Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal-Steinbeck, befinden sich sogar im schlechtestmöglichen Zustand. Dennoch bestätigte die Deutsche Bahn, dass keine Pläne zur Ersetzung oder Modernisierung bestehen.

Auch der Einbau des modernen europäischen Zugsicherungssystems ETCS (European Train Control System) auf dieser Strecke wurde ausgeschlossen. Der grüne Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel kritisierte die Entscheidung scharf als „vertane Chance“, die Sicherheit und Effizienz zu verbessern. Der ehemalige DB-Vorstandsvorsitzende Richard Lutz, der Ende 2024 den Aufsichtsrat der DB InfraGO verließ, war bereits zuvor für die Vernachlässigung des Stellwerksproblems in die Kritik geraten.

Die fehlenden Aufrüstungen bedeuten, dass die Stellwerke voraussichtlich auf absehbare Zeit in kritischem oder sehr schlechtem Zustand bleiben. Fahrgäste und Güterverkehrsunternehmen müssen sich weiterhin auf veraltete Technik entlang dieser stark frequentierten Achse verlassen. Die Entscheidung wirft langfristige Fragen zur Zuverlässigkeit und Sicherheit auf.