Cyberangriffe legen Schulen lahm – Datenklau und Prüfungschaos in mehreren Bundesländern
Ella KrausCyberangriffe legen Schulen lahm – Datenklau und Prüfungschaos in mehreren Bundesländern
Cyberangriffe auf Schulen nehmen dramatisch zu
In den vergangenen Wochen haben Cyberangriffe auf Bildungseinrichtungen stark zugenommen. Betroffen sind unter anderem der Datendiebstahl im Kanton Basel-Stadt sowie Prüfungsstörungen in Nordrhein-Westfalen. Der Bildungssektor steht zunehmend unter Druck, seine digitalen Abwehrmechanismen zu verbessern.
Im Kanton Basel-Stadt drangen Hacker in die Systeme des Bildungsdepartements ein und stahlen sensible Personendaten von Lehrkräften und Schüler:innen. Die gestohlenen Informationen tauchten später im Darknet auf. Gleichzeitig führte eine Sicherheitslücke auf der Website der nordrhein-westfälischen „Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule“ (QUA-LiS) dazu, dass über 16.000 Datensätze offen zugänglich waren.
In Nordrhein-Westfalen mussten Abschlussprüfungen verschoben werden, nachdem Schüler:innen keinen Zugriff auf die Prüfungsunterlagen hatten. Einige Verantwortliche schlugen vor, die Zwei-Faktor-Authentifizierung vorübergehend abzuschalten, um das Problem zu umgehen. Der aktuelle Bericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt, dass Schulen die Gefahrenlage durch IT-Bedrohungen weiterhin unterschätzen. Besonders hoch sei das Risiko durch Identitätsdiebstahl, Ransomware und falsch konfigurierte Systeme.
Expert:innen empfehlen eine zentral gesteuerte Digitalisierungs- und Sicherheitsstrategie, um Synergien zu nutzen und Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Zudem schlagen sie die Einrichtung eines Security Operations Center (SOC) vor, das Cyberangriffe in Echtzeit überwacht, analysiert und abwehrt.
Die wiederholten Vorfälle unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf für eine robustere IT-Sicherheit im Bildungsbereich. Ein abgestimmtes Vorgehen könnte Schulen helfen, Risiken schneller zu identifizieren und effektiver darauf zu reagieren. Ohne gezielte Maßnahmen bleiben weitere Störungen und Datenlecks wahrscheinlich.
