18 March 2026, 16:12

40 Millionen Euro im Visier: Neues Verfahren gegen Ex-Warburg-Chef Olearius

Liniengraph, der die Anzahl der Insolvenzfälle in den Vereinigten Staaten von 1995 bis 2011 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Cum-Ex: Überprüfung beschlagnahmter mutmaßlicher krimineller Vermögenswerte des Bankers Olearius - 40 Millionen Euro im Visier: Neues Verfahren gegen Ex-Warburg-Chef Olearius

Ein neues Gerichtsverfahren wird entscheiden, ob 40 Millionen Euro von Christian Olearius, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der M.M. Warburg Bank, eingezogen werden sollen. Der Fall ist Teil des größeren Cum-Ex-Skandals, eines der größten Steuerbetrugsverfahren in der Geschichte Deutschlands. Die Staatsanwaltschaft wirft Olearius vor, eine zentrale Rolle bei der Organisation illegaler Geschäfte gespielt zu haben, durch die dem Staat Schaden in Höhe von Hunderten Millionen Euro entstanden sein soll.

Zwischen 2006 und 2011 leitete Olearius die M.M. Warburg Bank, während diese Cum-Ex-Aktiengeschäfte abwickelte. Bei diesen Transaktionen wurden Schlupflöcher im deutschen Steuerrecht ausgenutzt, die es mehreren Parteien ermöglichten, Erstattungen auf Kapitalertragssteuern zu beantragen, die tatsächlich nur einmal gezahlt worden waren. Durch das System wurden dem Staat Milliarden entzogen, bevor der Skandal in den 2010er-Jahren aufgedeckt wurde.

Das Landgericht Bonn hatte zunächst die Einziehung von 40 Millionen Euro von Olearius angeordnet. Der Bundesgerichtshof hob diese Entscheidung jedoch später auf und erzwang damit eine erneute Prüfung des Falls. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn wegen besonders schweren Steuerbetrugs wurden 2023 aufgrund seines Gesundheitszustands endgültig eingestellt.

Olearius muss an der anstehenden Verhandlung nicht persönlich teilnehmen. Obwohl das Strafverfahren gegen ihn eingestellt wurde, bleibt die Frage nach seiner Verstrickung in den Skandal ungeklärt. Das Gericht muss nun entscheiden, ob die umstrittenen 40 Millionen Euro aus illegalen Gewinnen stammen, die mit den Cum-Ex-Geschäften in Verbindung stehen.

Im Mittelpunkt der Verhandlung steht ausschließlich die Einziehung der 40 Millionen Euro, nicht die persönliche Schuld von Olearius. Sollte das Gericht den Antrag der Staatsanwaltschaft stattgeben, werden die Gelder unabhängig von seiner gesundheitsbedingten Straffreiheit beschlagnahmt. Das Urteil wird einen weiteren Schritt in den langwierigen Folgen des deutschen Cum-Ex-Skandals markieren.

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