Zweiter Jahrestag des Hamas-Angriffs: Stille Mahnwachen und fehlende Solidarität
Lotta WagnerZweiter Jahrestag des Hamas-Angriffs: Stille Mahnwachen und fehlende Solidarität
Eine kleine Gruppe versammelte sich am frühen Morgen, um an den zweiten Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel zu erinnern. Die Mahnwache am Holocaust-Mahnmal war Teil einer wöchentlichen Tradition, bei der der Opfer gedacht und die Freilassung von Geiseln gefordert wird. Im Laufe des Tages fanden weitere Veranstaltungen in der Stadt statt, doch die öffentliche Beteiligung blieb gering.
Um 6:56 Uhr trafen sich etwa zwölf Personen am Holocaust-Mahnmal, um der Opfer des Angriffs vom 7. Oktober 2023 zu gedenken. Die Zusammenkunft war Teil einer wöchentlichen Mahnwache, die seit zwei Jahren jeden Dienstag stattfindet und die Freilassung der von der Hamas entführten Geiseln fordert. Anfangs galten 251 Israelis als vermisst oder verschleppt, doch bis Anfang 2026 befanden sich noch etwa 48 von ihnen in Gaza – davon 20 am Leben. Die meisten waren durch Verhandlungen oder Militäroperationen befreit worden. Laut Berichten wurden alle Geiseln, einschließlich der letzten geborgenen Leiche, bis Oktober 2025 im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens überstellt.
Später fand auf dem Marktplatz eine Kundgebung zum zweiten Jahrestag des Angriffs statt. Kein Passant blieb stehen, um daran teilzunehmen, und keine lokalen Amtsträger erschienen. Die Veranstaltung verlagerte sich anschließend ins Rathaus, wo eine Gedenkfeier abgehalten wurde. Auffällig war, dass die israelische Flagge an den Flaggenmasten des Rathauses fehlte, an denen sonst andere Flaggen wehten.
Am Abend versammelten sich etwa 40 Menschen am Trotzenburgplatz zu einer weiteren Mahnwache, begleitet von zwei Polizeibeamten. Petra Hemming, die Vorsitzende des veranstaltenden Vereins, verlas ein Interview mit einer Überlebenden, während ein israelischer Gast Hatikva, die Nationalhymne Israels, sang. Die Gruppe steht in keiner Verbindung zu israelischen Parteien, setzt aber die wöchentlichen Gedenkveranstaltungen fort.
Die Mahnwachen und Kundgebungen finden seit zwei Jahren statt, doch die Teilnahme bleibt überschaubar. Der Verein konzentriert sich darauf, der Opfer zu gedenken und die Freilassung von Geiseln zu fordern, ohne sich in die israelische Innenpolitik einzumischen. Sowohl das geringe öffentliche Interesse als auch das Fehlen der Flagge am Rathaus wurden während der Veranstaltungen des Tages thematisiert.