13 March 2026, 14:13

ZDK reformiert Satzung: Bruch mit dem Kraftfahrzeug-Handwerk besiegelt

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit einem blauen Rand und der Aufschrift "Schweiz Wagons-Fabrik A.G." darauf.

ZDK reformiert Satzung: Bruch mit dem Kraftfahrzeug-Handwerk besiegelt

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat weitreichende Satzungsreformen durchgesetzt, um seine Unabhängigkeit zu stärken und seine Strukturen klarer zu gestalten. Die im Januar bekannt gegebenen Änderungen folgen auf monatelange Spannungen mit dem Zentralverband Kraftfahrzeug-Handwerk (ZVK), die sich nach einem Finanzstreit im vergangenen Jahr zugespitzt hatten.

Wie ZDK-Vertreter betonen, sollen die Neuerungen die Transparenz erhöhen und die Organisation enger an den Bedürfnissen der Branche ausrichten.

Die Reformen markieren einen deutlichen Bruch mit früheren Gepflogenheiten. Der ZDK hat gemeinsame Personalregelungen in den Gremien beendet und eine strikte Trennung vom ZVK durchgesetzt. Ausschüsse konzentrieren sich künftig ausschließlich auf beratende Funktionen, um widersprüchliche öffentliche Stellungnahmen zu vermeiden.

Auch die Auswahl der Mitglieder wurde neu geregelt. Mindestens ein Vertreter muss künftig aus der Handwerksführung stammen, während die endgültigen Entscheidungen bei der Mitgliederversammlung liegen. Zudem schafft der ZDK direkte Wege für Werkstätten, sich der Bonner Zentrale anzuschließen – und verhindert so, dass kleinere Innungen isoliert werden.

Der Zeitpunkt der Änderungen ist kein Zufall. Im Oktober 2025 hatten die Spannungen ihren Höhepunkt erreicht, als der ZVK 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge forderte. Der ZDK reagierte mit einer Überarbeitung der Beitragsstruktur und bereitete sich auf einen möglichen vollständigen Austritt vor. Zwar ist der Rechtsstreit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen beigelegt, doch die grundsätzlichen Differenzen bestehen fort.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler stellen die Reformen als notwendige Anpassung an die Realitäten der Branche dar. Trotz der Trennung bleibt die Tür für eine erneute Zusammenarbeit mit dem ZVK einen Spalt offen – vorausgesetzt, dieser akzeptiert die neuen Strukturen und anerkennt die Autorität der Bonner Zentrale.

Der ZDK plant nun, in den betroffenen Regionen vermehrt Aufklärungsarbeit zu leisten, um Unternehmen die Gründe und möglichen Folgen einer vollständigen Trennung zu erläutern.

Die Reformen zentralisieren die Entscheidungsprozesse in Bonn und verschärfen die Kontrolle über die Mitgliedschaft. Werkstätten erhalten klarere Wege, sich direkt dem ZDK anzuschließen, während die Ausschüsse unter strengeren Richtlinien arbeiten. Die Organisation versichert, dass die Änderungen mehr Stabilität bringen werden – doch wie sich das Verhältnis zum ZVK künftig entwickelt, bleibt ungewiss.

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