Xanax wird unter Jugendlichen zur gefährlichen Modeerscheinung – warum *Xanny* so verharmlost wird
Ella KrausXanax wird unter Jugendlichen zur gefährlichen Modeerscheinung – warum *Xanny* so verharmlost wird
Xanax – unter Jugendlichen als Xanny bekannt – wird in Städten wie München zunehmend zum Problem. Das verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel, wissenschaftlich als Alprazolam bezeichnet, ist für viele leichter erhältlich als Opioide oder Valium. Sein wachsender Konsum hängt mit Musik, gesellschaftlichen Trends und der gefährlichen Wahrnehmung zusammen, es handle sich um eine harmlose Substanz.
Besonders verbreitet ist Xanny in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen, wobei bereits 16-Jährige besonders gefährdet sind. Viele sehen in der Droge einen Ausweg aus Stress oder der Realität – oft beeinflusst durch Hip-Hop- und Rap-Kultur. Künstler wie Billie Eilish und Money Boy haben Xanny in ihren Songs thematisiert und so zu seiner Verharmlosung beigetragen. Eilishs Album When We All Fall Asleep, Where Do We Go? aus dem Jahr 2019 enthielt sogar einen gleichnamigen Track, was Debatten über eine Verherrlichung von Drogen auslöste.
Deutsche Medien, darunter Vice und die Tagesschau, kritisierten zwischen 2019 und 2022 solche Künstler scharf. Ihnen wurde vorgeworfen, in ihren Texten und öffentlichen Äußerungen die Risiken herunterzuspielen und Xanax als harmloses Partymittel oder Stresskiller darzustellen. Songs wie Eilishs Bury a Friend oder Money Boys Ghetto erwähnten die Droge explizit und verankerten sie so noch tiefer in der Jugendkultur. Doch das Problem geht über die Musik hinaus: Der Missbrauch von Xanax kann zu schwerer Abhängigkeit, psychischen Krisen und sozialem Abstieg führen – besonders in Kombination mit anderen Substanzen.
Auch historische Einflüsse prägen die Haltung gegenüber Drogenkonsum, etwa das verklärte Bild des „leidenenden Künstlers“. Persönlichkeiten wie Bryan Lewis Saunders, bekannt für Selbstporträts unter Drogeneinfluss, haben die Vorstellung genährt, dass Substanzen Kreativität befeuern. Dieser kulturelle Hintergrund lässt Xanax weniger gefährlich erscheinen, als es ist. Doch die Folgen des Missbrauchs sind gravierend und betreffen junge Menschen in ganz Europa.
Der Anstieg des Xanny-Konsums spiegelt ein größeres Problem wider: die zunehmende Verharmlosung von Drogen unter Jugendlichen. Leichter Zugang und kulturelle Einflüsse verstärken die Risiken für eine Generation, die ohnehin unter Druck steht. Ohne Gegenmaßnahmen könnte dieser Trend langfristige gesundheitliche und soziale Folgen haben.