22 March 2026, 08:13

Willichs Kita-Krise: 14 Prozent weniger Kinder in fünf Jahren – und keine Lösungen in Sicht

Ein zweistöckiges Backsteinschulgebäude mit einem zentralen Haus mit einer Tür und Fenstern, beschriftet mit 'Zweite Ward Public School.'

Willichs Kita-Krise: 14 Prozent weniger Kinder in fünf Jahren – und keine Lösungen in Sicht

Zahl der Kita-Kinder in Willich sinkt um 14 Prozent in fünf Jahren

Die Zahl der in Willicher Kindertageseinrichtungen (Kitas) angemeldeten Kinder ist in den vergangenen fünf Jahren um etwa 14 Prozent zurückgegangen. Während 2021 noch rund 2.800 Kinder die örtlichen Einrichtungen besuchten, waren es 2025 nur noch etwa 2.400. Die Stadtverwaltung führt den Rückgang auf sinkende Geburtenraten, den Zuzug von Familien in benachbarte Städte mit günstigeren Betreuungsangeboten sowie auf wirtschaftliche Unsicherheiten nach der Pandemie und der Energiekrise zurück.

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Aufgrund schrumpfender Haushalte und rückläufiger Anmeldungen wurden zwei geplante Kita-Neubauprojekte in Willich nun gestrichen. Einziges verbleibendes kommunales Bauvorhaben ist das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, in dem die Kita Alperof untergebracht werden soll. Doch die Einbindung eines externen Investors wirft Fragen zur Finanzierung auf – und ob es sich dabei noch um ein städtisch getragenes Projekt handelt.

Elternvertreter:innen und der Förderverein der Kita Alperof haben wiederholt Dialog mit Bürgermeister Pakusch gefordert. Sie schickten offene Briefe zur geplanten Verlegung der Kita, erhielten jedoch keine Antwort. Daraufhin luden sie den Bürgermeister zu einer öffentlichen Diskussion ein, um langfristige Lösungen für die Kinderbetreuung im Norden und Nordosten Willichs zu finden.

Unter dem Motto "Kleine Füße, kurze Wege" startete inzwischen eine Kampagne, die sich für wohnortnahe Betreuungsangebote einsetzt. Ihre Ziele: weniger Stress für Familien, mehr Planbarkeit und Zeit für Betreuung sowie frühe Bildung. Unterstützer:innen argumentieren, dass lokale Einrichtungen den Zusammenhalt stärken und den Alltag von Eltern erleichtern würden.

Mit zwei gestrichenen Kita-Projekten und nur einem Neubau in Planung steht Willich unter wachsendem Druck, die Betreuungslücken zu schließen. Das generationenübergreifende Zentrum Reinershof bleibt der einzige aktive Bauplan – doch seine Finanzierung ist umstritten. Eltern und Initiativen fordern unterdessen weiter zugängliche, gemeinwohlorientierte Lösungen.

Quelle