Willich passt Kita-Angebot an sinkende Geburtenraten und Haushaltsdruck an
Ella KrausWillich passt Kita-Angebot an sinkende Geburtenraten und Haushaltsdruck an
Willich gestaltet seine Kinderbetreuungsangebote angesichts sinkender Geburtenraten und knapper Haushaltsmittel neu. Bis 2029 rechnet die Stadt mit einem Überschuss von 440 Kita-Plätzen, was zu Schließungen, Verlegungen und Kapazitätsreduzierungen in mehreren Einrichtungen führen wird. Die Maßnahmen sollen die Betreuungsstrukturen effizienter gestalten und gleichzeitig der nachlassenden Nachfrage Rechnung tragen.
Drei Kindertageseinrichtungen werden bis 2029 geschlossen oder verkleinert: Die Kita Regenbogen in Neersen streicht bis 2028 20 Plätze, während die Einrichtung Sternchen in Anrath bis 2029 komplett schließt. Auch der Bunte Kreis in Willich-Süd verringert sein Angebot bis Ende 2028 um 15 Plätze. Diese Anpassungen spiegeln sowohl den demografischen Wandel als auch die angespannte Haushaltslage der Stadt wider.
Die Kita St. Irmgardis wird zum Ende des Kitajahres 2026/2027 geschlossen. Das Gebäude wird anschließend an die Villa Kunterbunt vermietet, die dort ab dem Kitajahr 2027/2028 einzieht. Die modernisierten Räumlichkeiten ermöglichen dann ein erweitertes Angebot, darunter Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung.
Die Pläne für einen Neubau der Kita Alperhof wurden verworfen. Stattdessen zieht die Einrichtung in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um. Das bestehende Alperhof-Gebäude wird abgerissen; die neue Location ist nur neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus entfernt.
Die freiwillige Förderung für das von der AWO betriebene Blaue Haus in Schiefbahn wird die Stadt bis zum 31. Juli 2027 verlängern. Danach sollen Gespräche mit dem Träger über eine mögliche Schließung geführt werden. Das DRK-Projekt Schatzkiste als Brückenangebot läuft hingegen zum 31. Juli 2026 aus – entsprechend einer Empfehlung des zuständigen Ausschusses.
Eltern im Norden Willichs kritisieren die schlechtere Versorgung mit Betreuungsplätzen vor Ort. Durch die Umstrukturierungen gebe es in einigen Stadtteilen weniger Angebote, was die Attraktivität für junge Familien mindere. Stadtverantwortliche und der Kirchenvorstand wollen die Lücken in weiteren Gesprächen angehen.
Aufgrund der rückläufigen Nachfrage hat Willich zudem den Bau zweier neuer Kitas gestrichen. Die Anpassungen sollen Kosten sparen und gleichzeitig sicherstellen, dass ausreichend Plätze für Familien verfügbar bleiben. Die Verwaltung wird die Entwicklung weiter beobachten und das Angebot bei Bedarf anpassen.