Wiesbadens Karnevalswagen wird zur "Gans am End" – nach Markenstreit mit Mainz
Lotta WagnerWiesbadens Karnevalswagen wird zur "Gans am End" – nach Markenstreit mit Mainz
Eine langjährige Karnevalstradition in Wiesbaden steht nach einem Rechtsstreit mit Mainz 05 vor einer Veränderung. Der letzte Wagen des Umzugs, bisher als "Zugen(d)te" bekannt, wird künftig "Gans am End" (Gans am Ende) heißen – eine Folge einer Markenrechtsbeschwerde. Die Umbenennung erfolgt nach fast 20 Jahren problemloser Nutzung des Namens.
Der "Zugen(d)te"-Wagen markierte traditionell das Ende des Wiesbadener Schmotzigen-Donnerstags-Umzugs, ähnlich wie "Zugente" in Mainz 05 den Rosenmontagszug abschließt. Allerdings hält der Mainzer Carneval-Verein (MCV) die Markenrechte an "Zugente" und hat dessen Verwendung auf die eigenen Feierlichkeiten beschränkt. Dieser rechtliche Schutz zwang Wiesbaden, Name und Gestaltung des Wagens zu überdenken.
Die Figur auf dem Wagen, gekleidet in eine Warnweste und mit einem Besen in der Hand, galt ursprünglich als entenähnlich. Doch die Wagenbauer stellten kürzlich fest, dass die weißen Federn eher an eine Gans erinnerten. Diese Beobachtung – kombiniert mit dem rechtlichen Druck – führte schließlich zur Entscheidung, den Wagen in "Gans am End" umzubenennen.
Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter des Dacho, bestätigte die Änderung und erklärte, die Beschriftung werde entfernt, um weitere Konflikte zu vermeiden. Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Carneval-Vereins, hatte zuvor offiziell gegen die Nutzung des Namens "Zugen(d)te" protestiert. Der MCV betonte, dass Wiesbadens Wechsel zu einem weißen Gans-Symbol ab 2026 eine pragmatische Lösung sei, um die Markenrechte zu wahren.
Die Umbenennung des Wiesbadener Umzugswagens beendet den Rechtsstreit, bewahrt aber die Tradition. Die neue "Gans am End" wird weiterhin das Ende des Zugs ankündigen – wenn auch mit neuem Namen und Design. Der Fall zeigt, wie sehr selbst kulturelle Bräuche benachbarter Städte von Markenrecht beeinflusst werden können.