20 March 2026, 18:15

Wie Sexpuppen von Nischenprodukten zu KI-Begleiter:innen wurden

Altes Buch mit dem Titel "Die queere Seite der Dinge" und vier illustrierten FrauenGesichtern auf dem Cover.

Wie Sexpuppen von Nischenprodukten zu KI-Begleiter:innen wurden

Ein taz Queer Talk erkundet die kulturelle und historische Bedeutung von Sexpuppen – von Nischenprodukten bis zu KI-gestützten Begleiter:innen

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Im Rahmen der Veranstaltung, moderiert vom taz-Redakteur Jan Feddersen, steht die Kulturwissenschaftlerin Susanne Regener im Mittelpunkt, deren Forschung sich über Jahrzehnte mit visueller Kultur und marginalisierten Communities beschäftigt. Die Diskussion findet in Kooperation mit der Initiative Queer Nations e.V. statt.

Susanne Regener, emeritierte Professorin der Universität Siegen, hat sich jahrelang mit der medialen Darstellung von Sexpuppen auseinandergesetzt. Ihre Arbeit zeichnet die fast einhundertjährige Entwicklung humanoider "Spielzeuge" nach – von frühen Prototypen bis zu den heutigen hochentwickelten Modellen. Die zwischen Berlin und Kopenhagen lebende Wissenschaftlerin forscht zudem zu Themen wie True Crime, weiblicher Repräsentation und den sich wandelnden Grenzen von Intimität.

Sexpuppen tauchten in den 1990er-Jahren zunächst als erotische Kuriositäten auf, fanden aber insbesondere in Japan und Teilen Europas zunehmend Akzeptanz. Durch technologische Fortschritte, vor allem im Bereich der Künstlichen Intelligenz, drängen sie mittlerweile auf den Massenmarkt – auch wenn in vielen westlichen Ländern nach wie vor ein Stigma besteht. Die rechtlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich stark: Während Länder wie Großbritannien und Kanada ihren Verkauf erlauben, gelten in einigen US-Bundesstaaten und asiatischen Regionen Einschränkungen. Seit den 2010er-Jahren steigt die kommerzielle Nachfrage parallel zu einem Wandel im Verhältnis von Technologie und menschlicher Verbindung.

Die Veranstaltung beleuchtet, wie Sexpuppen größere kulturelle Verschiebungen in den Bereichen Intimität, Technologie und gesellschaftliche Normen widerspiegeln. Regeners Forschung bietet eine historische Perspektive auf ihre Entwicklung, während der taz Queer Talk eine Plattform für die Diskussion ihrer aktuellen Rolle schafft. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl Akzeptanz als auch Kontroversen in einem sich ständig verändernden Umfeld.

Quelle