27 April 2026, 22:14

Wie Milliarden beim Netzausbau für erneuerbare Energien gespart werden können

Plakat für einen 2023-Steuerkredit über bis zu 30 % der Kosten für die Installation von Dachsolaranlagen, mit B├Ąumen und einem Geb├Ąude mit Solarpanelen im Hintergrund.

Wie Milliarden beim Netzausbau für erneuerbare Energien gespart werden können

Deutschlands Ausbau der erneuerbaren Energien belastet die Stromnetze – mit Ausbaukosten von bis zu 180 Euro pro Kilowatt in einigen Regionen. Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln schlägt nun eine Lösung vor, um diese Kosten durch eine optimierte Anbindung von Solar-, Wind- und Speichersystemen an das Netz zu senken. Laut ihren Berechnungen ließen sich durch klügere Planung und neue Geschäftsmodelle Milliarden einsparen.

Netzbetreiber stehen vor einer wachsenden Nachfrage nach neuen Stromleitungen, da immer mehr Wind- und Solaranlagen ans Netz gehen. Bis 2045 werden schätzungsweise 350 Milliarden Euro in den Ausbau der Verteilnetze fließen müssen – vor allem wegen der Einspeisung erneuerbarer Energien. Das EWI warnt, dass die bestehenden Anreize für effiziente Netzanbindungen unzureichend sind und so unnötige Kosten sowie Ressourcenverschwendung drohen.

Ein zentraler Vorschlag ist die gemeinsame Nutzung von Netzanschlusspunkten für Solar-, Wind- und Batteriespeicheranlagen. Nach Angaben des EWI könnten dadurch jährlich bis zu 1,8 Milliarden Euro an Netzausbaukosten eingespart werden. Selbst bei gelegentlicher Abregelung von Überschussstrom würde die Kombination von Solar- und Windkraft an einzelnen Anschlusspunkten noch rund 800 Millionen Euro pro Jahr sparen.

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Das Institut betont auch die Rolle von Batteriespeichern, die hinter den Netzanschlusspunkten platziert werden. Durch die lokale Speicherung von Überschussenergie ließen sich Stromverluste verringern und die Effizienz des Netzes steigern. Allerdings weist das EWI darauf hin, dass neue Geschäftsmodelle nötig sind, um diese Speicherlösungen voll zu finanzieren und ihre flächendeckende Einführung zu ermöglichen.

Gemeinsam genutzte Anschlüsse würden nicht nur die Kosten senken, sondern auch die durchschnittliche Netzauslastung erhöhen. Dadurch ließe sich die Abregelung von erneuerbarem Strom reduzieren – also die Verschwendung von Ökostrom aufgrund von Netzengrenzen. Die EWI-Studie zeigt, dass eine intelligentere Planung die finanzielle Belastung verringern und gleichzeitig die Energiewende in Deutschland vorantreiben könnte.

Ziel der EWI-Vorschläge ist es, die Netzausbaukosten durch eine optimierte Anbindung erneuerbarer Energien zu drücken. Gemeinsame Anschlusspunkte und eine bessere Integration von Speichern könnten Milliarden sparen – vorausgesetzt, es gibt passende Finanzierungsmodelle. Ohne solche Änderungen drohen in den kommenden Jahren ineffiziente Netzinvestitionen, höhere Kosten und eine Verschwendung erneuerbarer Energien.

Quelle