03 March 2026, 01:58

Wie eine moderne Flaschenpost eine uralte Tradition wiederbelebt

Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.

Wie eine moderne Flaschenpost eine uralte Tradition wiederbelebt

Eine Flaschenpost, die 2015 in den Atlantischen Ozean geworfen wurde, lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf eine uralte Tradition. Die Praxis, eine Flasche mit einer Nachricht zu versehen und ins Meer zu werfen, reicht Jahrhunderte zurück und verbindet Neugier, Wissenschaft und sogar Spionage. Für viele bleibt sie eine schlichte, doch beständige Methode, um Botschaften über weite Entfernungen zu versenden.

Die Idee, eine Nachricht in eine Flasche zu stecken und den Wellen anzuvertrauen, ist fast so alt wie die Seefahrt selbst. Christoph Kolumbus war die erste historisch belegte Persönlichkeit, die diese Methode nutzte und ihr Potenzial während seiner Reisen dokumentierte. Bereits im 16. Jahrhundert übernahmen Spione die Technik, um geheime Botschaften über feindliche Linien zu schmuggeln.

Wissenschaftler entdeckten bald einen weiteren Nutzen. Zwischen 1864 und 1936 setzte das Deutsche Hydrographische Institut rund 5.000 Flaschen aus, um Meeresströmungen zu erforschen. Ein weitaus größeres Projekt der Deutschen Seewarte schickte im selben Zeitraum fast 2,97 Millionen Flaschen auf die Reise. Davon wurden jedoch nur 9.162 – etwa 0,31 Prozent – jemals gefunden und gemeldet. Die meisten tauchten im Nordatlantik auf, besonders in der Nähe Europas und Nordamerikas, doch einige erreichten sogar Südamerika, Afrika und Australien. Seltene Funde gab es selbst im Pazifik und im Indischen Ozean.

2015 fügte ein deutsches Ehepaar, Jörg und Cornelia Wanke, dem Brauch eine eigene Flasche hinzu. Während einer Kreuzfahrt ließen sie sie zwischen Madeira und Gran Canaria ins Meer gleiten. Die Botschaft darin trug, wie unzählige vor ihr, die Hoffnung auf eine unerwartete Verbindung.

Von Kolumbus bis zu heutigen Reisenden bleibt die Flaschenpost sowohl ein wissenschaftliches Werkzeug als auch eine persönliche Geste. Die geringe Fundrate dieser Flaschen unterstreicht die Weite der Ozeane. Doch jede Entdeckung, so selten sie auch sein mag, hält die Tradition für eine weitere Generation am Leben.

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