15 April 2026, 16:14

Wie der Ford-Streik 1973 Köln veränderte – ein vergessener Meilenstein der Arbeitergeschichte

Polizeibeamte in schwarzen Uniformen und Masken stehen vor einer Menge während einer Demonstration, mit einer Brücke und einem Gebäude im Hintergrund.

Wie der Ford-Streik 1973 Köln veränderte – ein vergessener Meilenstein der Arbeitergeschichte

Ein neues Buch beleuchtet einen entscheidenden Moment der deutschen Arbeitsgeschichte: den Ford-Streik von 1973 in Köln. Angeführt von migrantischen Arbeiter:innen markierte der Protest einen Wendepunkt in der Selbstermächtigung marginalisierter Beschäftigter. Die Veröffentlichung zieht zudem Parallelen zu heutigen Kämpfen – etwa denen von Fahrradkurieren.

Am 30. August 1973 legten migrantische Arbeiter:innen im Kölner Ford-Werk die Arbeit nieder, um gegen harte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne zu protestieren. Sie forderten eine zusätzliche D-Mark pro Stunde und eine gerechtere Behandlung. Die Polizei und der Werksschutz reagierten mit Gewalt und schlugen den Streik brutal nieder.

Einige deutsche Beschäftigte beteiligten sich an der Repression und griffen ihre migrantischen Kolleg:innen unter Polizeischutz an. Dennoch wurde der Arbeitskampf zu einem Symbol des migrantischen Widerstands. Das Buch mit dem Titel "Der Streik hat mir als jungem Menschen Kraft gegeben" untersucht, wie dieses Ereignis die Arbeiterbewegung prägte.

Der Ford-Streik war nicht der einzige Protest in jenem Jahr. Auch bei Pierburg in Neuss und Hella in Lippstadt kam es zu migrantisch geführten Arbeitsniederlegungen. Migrantische Frauen übernahmen dabei Schlüsselrollen in Gewerkschaften und Betriebsräten. Das Buch stellt unterschiedliche Perspektiven darauf vor, wie die IG Metall und der Betriebsrat mit dem Ford-Streik umgingen, und bereichert so die Debatte.

Die Herausgeber:innen Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis verknüpfen die Ereignisse von 1973 mit heutigen Arbeitskämpfen. Sie zeigen auf, wie Fahrradkurier:innen und andere migrantische Arbeiter:innen noch immer um Würde und Rechte kämpfen. Das Buch kostet 22 Euro und ist ab sofort erhältlich.

Der Ford-Streik bleibt ein Meilenstein der migrantischen Arbeitsgeschichte. Sein Erbe inspiriert bis heute antirassistische und Arbeiter:innenbewegungen. Das neue Buch sorgt dafür, dass diese Geschichten von Widerstand und Solidarität nicht in Vergessenheit geraten.

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