Westfleisch in der Kritik: Arbeiter zahlen Tausende für Jobs beim Fleischkonzern
Clara KrausWestfleisch in der Kritik: Arbeiter zahlen Tausende für Jobs beim Fleischkonzern
Westfleisch: Scharfe Kritik an Einstellungspraktiken des Fleischkonzerns
Einer der größten Fleischverarbeiter Deutschlands, Westfleisch, steht wegen seiner Rekrutierungsmethoden massiv in der Kritik. Berichten zufolge haben Arbeiter aus Vietnam und Indien hohe Summen an Vermittler gezahlt, um eine Anstellung beim Unternehmen zu erhalten. Die Vorwürfe rücken die Personalbeschaffung des Konzerns in den Fokus der Öffentlichkeit.
Das Unternehmen wirbt seit Längerem Arbeitskräfte aus asiatischen Ländern im Rahmen eines befristeten Beschäftigungsmodells an. Wie berichtet wird, sollen vietnamesische Bewerber bis zu 13.000 Euro gezahlt haben, um eine Stelle bei Westfleisch zu erhalten. Ähnliche Vorwürfe kommen von indischen Arbeitnehmern.
Westfleisch erklärt, erst nach der Ankunft der Mitarbeiter in Deutschland von diesen Gebühren erfahren zu haben. Das Unternehmen betont, keine Kenntnis von den Zahlungen an Drittagenturen gehabt zu haben.
Als Reaktion auf die Kritik kündigte der Konzern an, in Vietnam ein eigenes Rekrutierungsbüro einzurichten. Mit diesem Schritt sollen Zwischenhändler ausgeschlossen und die Transparenz im Einstellungsverfahren verbessert werden.
Der Skandal hat Forderungen nach strengeren Kontrollen der Personalbeschaffung in der deutschen Fleischindustrie ausgelöst. Westfleischs Entscheidung, einen direkten Einstellungskanal in Vietnam aufzubauen, deutet auf den Versuch hin, das Problem anzugehen. Nun steht das Unternehmen unter Druck, für fairere Bedingungen künftiger Arbeitskräfte zu sorgen.