02 April 2026, 22:13

Weidemilch: Warum das Label nicht immer hält, was es verspricht

Eine Herde Kühe, die auf einer Wiese neben einem Bauernhof grasen, mit einem Wagen auf der rechten Seite, einem Zaun im Hintergrund, Bäumen, Hügeln und einem klaren Himmel.

Weidemilch: Warum das Label nicht immer hält, was es verspricht

Viele Verbraucher greifen zu Weidemilch in der Annahme, dass sie von Kühen stammt, die das ganze Jahr über auf der Weide grasen. Doch das Label garantiert nicht immer einheitliche Standards. Zwar kommt die Beweidung den Tieren zugute, doch die genauen Regeln hinter dem Begriff bleiben den meisten Kundinnen und Kunden unklar.

Das Siegel "Weidemilch" schreibt vor, dass die Kühe mindestens 120 Tage im Jahr auf der Weide verbringen müssen. Allerdings ist die Bezeichnung nicht rechtlich geschützt – die Haltungsbedingungen können daher von Betrieb zu Betrieb stark variieren. An den übrigen Tagen dürfen die Tiere durchaus im Stall gehalten werden, der nicht immer tiergerecht ausgestaltet ist.

Einige Label bieten strengere Auflagen. Die Siegel "Pro Weideland", "Für mehr Tierschutz" (Premiumstufe) sowie Bio-Zertifizierungen verbieten etwa die Anbindung der Tiere. Gleiches gilt für Weidemilch-Verpackungen mit den Haltungsform-Kennzeichen 3, 4 oder 5. Milch jedoch, die lediglich das "3"-Logo trägt – ohne das Weidemilch-Siegel –, kann auch von Kühen stammen, die nie auf die Weide kommen.

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Wer sich genauer informieren möchte, findet unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/35574 weitere Details. Die Seite erklärt ein fünfstufiges, farblich kodiertes System für Weidemilch, gibt jedoch nicht an, welche Stufen die Anbindung der Tiere ausschließen.

Das Weidemilch-Label sichert zwar mindestens 120 Weidetage zu, doch wie die Kühe in der restlichen Zeit gehalten werden, bleibt oft unklar. Wer höhere Tierwohlstandards sucht, sollte auf zusätzliche Zertifizierungen achten. Ohne diese können die Tiere den Großteil des Jahres im Stall verbringen.

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