Wasserstoff-Ausbau in Deutschland scheitert an Finanzierung und Bürokratie
Lotta WagnerWasserstoff-Ausbau in Deutschland scheitert an Finanzierung und Bürokratie
Deutschlands Bestrebungen, die Wasserstoffproduktion auszubauen, stoßen auf erhebliche Hindernisse. Trotz ehrgeiziger Ziele werden viele Elektrolyseur-Projekte verschoben, abgesagt oder bleiben ohne Finanzierung. Forscher warnen nun, dass Koordinierungsprobleme und finanzielle Hürden den Fortschritt des Landes hin zu seinen Zielen für 2030 bremsen könnten.
Eine aktuelle Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln unterstreicht die Herausforderungen. Ann-Kathrin Klaas und Carina Schmidt haben den Hochlauf der Elektrolyse in Deutschland untersucht und festgestellt, dass bei über 20 für 2026 geplanten Projekten noch keine endgültigen Investitionsentscheidungen getroffen wurden. Davon haben 14 Projekte – mit einer Gesamtkapazität von mehr als 1 Gigawatt – weder Baubeginn angekündigt noch eine Finanzierung bestätigt.
Nur ein Drittel der im August 2024 für 2025 avisierten Projekte wurde termingerecht fertiggestellt. Gleichzeitig wurden fast 3 Gigawatt an Elektrolyseur-Kapazität gestrichen oder liegen wegen Untätigkeit auf Eis. Als Hauptgründe nennen die Entwickler hohe Investitions- und Betriebskosten, während die Bereitschaft der Verbraucher, für grünen Wasserstoff höhere Preise zu zahlen, gering bleibt.
Die derzeit installierte Elektrolyseur-Kapazität in Deutschland beträgt lediglich 181 Megawatt. Laut der überarbeiteten Nationalen Wasserstoffstrategie strebt das Land bis 2030 eine Kapazität von 10 Gigawatt an. Sollten alle angekündigten Projekte realisiert werden, könnte die Kapazität bis Ende des Jahrzehnts auf 8,7 Gigawatt steigen. Analysten schätzen jedoch, dass bei anhaltenden Verzögerungen bis 2027 nur bis zu 1,5 Gigawatt in Betrieb sein könnten.
Die parallele Entwicklung von Angebot, Nachfrage und Infrastruktur sorgt für Koordinierungsschwierigkeiten. Ohne schnellere Genehmigungen für Finanzierungen und stärkere Marktanreize droht Deutschland, seine Wasserstoff-Ausbauziele zu verfehlen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, ob das Land diese Hürden überwinden und seine Ziele für 2030 erreichen kann.