27 March 2026, 14:20

Warum das Vertrauen in die Demokratie bei immer mehr Menschen schwindet

Gruppe von Menschen mit einem Banner mit der Aufschrift "├ľffne die Grenzen, rette Leben, bek├Ąmpfe Faschismus" vor einem Geb├Ąude mit Glasfenstern und einem Pfosten, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Stra├če.

Warum das Vertrauen in die Demokratie bei immer mehr Menschen schwindet

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Vertrauen in die Demokratie bei bestimmten Bevölkerungsgruppen schwindet. In seinem jüngsten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie sich Menschen von staatlichen Institutionen, Gerichten, der Wissenschaft und den Medien abwenden. Seine Studie wirft ein Licht auf den Aufstieg von Bewegungen wie der Alternative für Deutschland (AfD) und Persönlichkeiten wie Donald Trump.

El-Mafaalani, der in Dortmund forscht, argumentiert, dass misstrauische Menschen sich zunehmend über digitale Plattformen vernetzen. Diese Online-Räume ermöglichen es ihnen, eng verbundene Gruppen zu bilden, die ihr Skepsis weiter verstärken. Sobald sie sich zusammenschließen, setzen sie ihr Vertrauen in Führer und Parteien, die die liberale Demokratie ablehnen.

Die AfD, 2013 als euroskeptische Partei gegründet, vollzog nach der Flüchtlingskrise 2015 einen radikalen Wandel. Sie gab den wirtschaftsliberalen Kurs auf und setzte stattdessen auf eine harte Anti-Migrationspolitik – dabei verlor sie zwar Tausende Mitglieder, gewann aber Wähler, insbesondere in Ostdeutschland. Bis 2024 erreichte sie in Baden-Württemberg 18,8 Prozent der Stimmen. Ihr Jugendverband Junge Alternative radikalisierte sich weiter, näherte sich rechtsextremen Strömungen an und wurde 2025 schließlich aufgelöst.

Laut El-Mafaalani untergraben populistische Strategen gezielt das Vertrauen in Institutionen. Sie sprechen enttäuschte Wähler mit wirtschaftlichen Versprechungen und nationalistischen Außenpolitik-Konzepten an. Die AfD baute dabei gezielt Netzwerke in misstrauischen Milieus auf, auch wenn ihre Jugendorganisationen später zerschlagen wurden.

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El-Mafaalani warnt jedoch, dass die Bloßstellung der Inkompetenz der AfD allein das Vertrauen in die Demokratie nicht wiederherstellen werde. Seine Arbeit skizziert alternative Lösungsansätze, betont aber, dass die bloße Diskreditierung solcher Gruppen nicht ausreicht.

Das Buch zeigt, wie sich Misstrauen über digitale Netzwerke verbreitet und verfestigt. Bewegungen wie die AfD gedeihen, indem sie einfache Antworten auf komplexe Frustrationen bieten. El-Mafaalani kommt zu dem Schluss, dass die Herausforderungen für alle, die das Vertrauen in demokratische Systeme zurückgewinnen wollen, weit tiefer liegen.

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