Von Gmoa bis Circus Maximus: Wie Erding und Wörth ihre Gebäude umtaufen wollen
Clara KrausVon Gmoa bis Circus Maximus: Wie Erding und Wörth ihre Gebäude umtaufen wollen
In Wörth am Rhein und Erding ist eine lebhafte Debatte über die Umbenennung öffentlicher Gebäude entbrannt. Bürger und Verantwortliche haben kreative – und mitunter humorvolle – Vorschläge für neue Namen eingereicht. Doch nicht alle sind von der Idee begeistert, traditionelle Bezeichnungen abzuschaffen.
In Wörth am Rhein könnte das Rathaus bald einen neuen Namen tragen. Zur Diskussion stehen etwa Gneißen-Haisl oder Gmoa – ein Abschied vom bisherigen Stadtverwaltung Wörth am Rhein. Auch das Landratsamt regt die Fantasie an: Hier werden Namen wie Bayer-Dome oder Taj Mahartin vorgeschlagen. Weitere öffentliche Gebäude könnten folgen: Aus dem Vermessungsamt könnte die Mess-Manufaktur werden, die Kreismusikschule in Klang-Manufaktur umbenannt werden. Selbst Finanzamt und Amtsgericht bleiben nicht verschont – als Alternativen werden Haus des Geldes oder Turm des Zweifels gehandelt.
In Erding steht bereits fest, dass die Stadthalle künftig Eventforum Erding heißen soll. Doch die Umbenennungswelle geht weiter. Julia Flötzinger-Wilson, Leiterin des Stadtmarketings, hat für andere Standorte Namen wie Tourismusbörse oder Air-Ding vorgeschlagen. Die Stadtbibliothek könnte zum Leseparadies werden, die Lodererhalle zur Sempt Philharmonie. Auch Stadtpark, Festplatz und Rathaus stehen auf der Liste: Krähen-Mery, Aggropolis, Bürokratopien, Heiratszentrale, Gotzham City oder Circus Maximus sind im Gespräch. Doch nicht alle Einwohner unterstützen die Pläne. In Oberding hat Herr Mücke klar gemacht, dass er sein Namensrecht nicht für ein Gebäude zur Verfügung stellt. Andere argumentieren, traditionelle Namen sollten bleiben, um Geschichte und Vertrautheit zu bewahren.
Die Diskussionen zeigen eine Mischung aus Begeisterung und Skepsis gegenüber der Umbenennung öffentlicher Räume. Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, würden die Städte ein frisches, eigenwilliges Gesicht erhalten. Bis dahin bleiben die endgültigen Entscheidungen offen – und die Bürger debattieren über die Zukunft ihrer lokalen Wahrzeichen.