21 January 2026, 22:26

Virtuelle Spuren sollen die Stadtlogistik revolutionieren – ohne teure Sensoren

Ein detailliertes Routen-Intelligenz-Overlay-Blatt C, das Straßen, Autobahnen und Text mit Informationen zu Städten und Dörfern entlang der Route anzeigt.

Virtuelle Spuren sollen die Stadtlogistik revolutionieren – ohne teure Sensoren

Neues Projekt will Stadtverkehr revolutionieren: Virtuelle Fahrspuren für automatisierte Logistikfahrzeuge

Ein neues Vorhaben soll den urbanen Verkehr durch virtuelle Straßenabschnitte für automatisierte Logistikfahrzeuge grundlegend verändern. Unter der Leitung des Lehrstuhls für Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen und der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelt die Initiative ViDeLL ein System, das Staus verringern und die Effizienz in städtischen Verkehrsnetzen steigern soll. Finanziert wird das Projekt von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und der EU.

Im Mittelpunkt von ViDeLL steht die Schaffung flexibler und kostengünstiger Lösungen für die Stadt- und Industrielogistik. Statt physisch abgetrennter Spuren zu bauen, setzt das Team auf virtuelle Fahrbahnabschnitte, die durch lokale Sensornetzwerke gesteuert werden. Dieser Ansatz soll deutlich günstiger sein als die Ausstattung einzelner Fahrzeuge mit hochmoderner Sensorik.

Das System richtet sich vor allem an die Last-Mile-Zustellung, den Einzelhandelsverkehr und den industriellen Transport zwischen Produktionsstandorten. Algorithmen werden die virtuellen Spuren in Echtzeit verwalten und dynamisch an die Verkehrsbedingungen anpassen. Zudem untersuchen die Forscher, wie automatisierte Logistikfahrzeuge mit anderen Verkehrsteilnehmern interagieren, um Sicherheit und reibungslose Integration zu gewährleisten.

Professor Achim Kampker, Leiter des PEM, warnt, dass das wachsende Frachtaufkommen die Straßen in den Städten ohne innovative Lösungen überlasten könnte. Das Projekt soll hier Abhilfe schaffen, indem es ein rechtliches und technisches Rahmenwerk für automatisierte Logistik entwickelt – inklusive Sicherheitsstandards, Zulassungsverfahren und politischer Empfehlungen zur Anpassung bestehender Verkehrsgesetze. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) übernimmt dabei eine Schlüsselrolle bei der Erprobung und Verfeinerung des Konzepts. Ziel ist es, automatisierte Logistiksysteme praxistauglich und bezahlbar in die bestehende städtische Infrastruktur zu integrieren.

ViDeLL strebt ein funktionsfähiges Modell für die Einbindung automatisierter Logistik in belebte Städte an. Durch virtuelle Spuren und Echtzeitdaten soll das System Staus reduzieren und Kosten senken. Bei Erfolg könnte es die Art und Weise, wie Güter künftig durch urbane Räume transportiert werden, grundlegend verändern.