22 April 2026, 04:14

Verbotene Kosmetik: Warum gefährliche Produkte weiterhin online verkauft werden

Innenansicht eines Kosmetikgeschäfts mit verschiedenen Produkten auf Gestellen, Bildschirmen an den Wänden, Deckenleuchten, einer Klimaanlage und Glastüren, die eine Person, ein Auto und ein Gebäude draußen zeigen.

Verbotene Kosmetik: Warum gefährliche Produkte weiterhin online verkauft werden

Trotz strenger Vorschriften werden in Europa weiterhin verbotene Kosmetikprodukte online verkauft. Wie die Investigativgruppe CORRECTIV kürzlich aufdeckte, konnten drei untersagte Artikel erworben werden – darunter ein Nivea-Rasierschaum mit einem gesundheitsschädlichen Inhaltsstoff. Die Funde werfen Fragen zur Durchsetzung der Regeln auf, während die EU im kommenden Jahr über verschärfte Bestimmungen abstimmen soll.

Im März 2023 kaufte CORRECTIV bei einem Online-Händler eine Tube Schwarzkopf-Glitzer-Haargel, das den seit 2019 in der EU verbotenen Duftstoff Lilial (BMHCA) enthielt – ein Stoff, der wegen möglicher Gesundheitsrisiken auf der schwarzen Liste steht. Auch ein über Amazon verkaufter Nivea-Rasierschaum wies Spuren von BMHCA auf. Die Fälle zeigen: Selbst bei etablierten Marken wie Beiersdorf und Henkel gibt es weiterhin Lücken in der Kontrolle.

Die Liste der "besorgniserregenden Stoffe" der EU wird immer länger. Chemikalien wie PFAS ("Ewigkeitschemikalien") oder Hydrochinon – ein wahrscheinlich krebserregender Hautaufheller – tauchen regelmäßig in beanstandeten Produkten auf. Deutsche Behörden prüfen jährlich rund 10.000 Kosmetikproben, doch die Kontrollen reichen von aufwendigen Labortests bis zur bloßen Etikettenprüfung. Die Europäische Kommission durchforstete 2025 über 1,6 Millionen Websites und entdeckte dabei mehr als 20.000 illegale Artikel, viele davon auf Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress.

Seit 2012 wurden über 4.000 hochriskante Kosmetikprodukte vom EU-Markt genommen. Doch bei aktuell 600.000 erhältlichen Artikeln und täglich 800 Neuzulassungen hält der illegale Handel an. Die anstehende "Chemicals Omnibus"-Novelle, über die das EU-Parlament am 15. April 2026 abstimmen soll, könnte die zulässige Verkaufsfrist für verbotene Produkte sogar auf sechs Jahre verlängern – ein Schritt, den Kritiker als Verschärfung des Problems werten.

Die Untersuchung belegt: Trotz regulatorischer Bemühungen sind verbotene Kosmetika weiterhin online erhältlich. Angesichts der wachsenden Liste schädlicher Substanzen kämpfen die Behörden mit der Durchsetzung der Vorschriften. Die geplante Reform im nächsten Jahr könnte die Entfernung unsicherer Produkte vom Markt zusätzlich erschweren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle