Verallia schließt Essener Glaswerk nach über 100 Jahren Produktion
Sophia KellerVerallia schließt Essener Glaswerk nach über 100 Jahren Produktion
Verallia Deutschland AG kündigt Schließung des Glaswerks in Essen an
Die Verallia Deutschland AG hat Pläne bekannt gegeben, ihr Glaswerk in Deutschland zu schließen. Von der Entscheidung betroffen sind rund 310 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Standorts, der seit über einem Jahrhundert als wichtiges Industrie-Denkmal gilt. Lokale Vertreter haben bereits Besorgnis über die wirtschaftlichen und sozialen Folgen geäußert.
Das Essener Werk stand lange Zeit für industrielle Tradition, bekannt für seine Innovationen und eine hochqualifizierte Belegschaft. Nach mehr als 100 Jahren Betrieb steht nun die Stilllegung bevor – die Produktion könnte künftig an andere deutsche Standorte wie Bad Wurzach, Neuburg an der Donau oder Wirges verlagert werden.
Verallia betreibt bundesweit vier Glasproduktionsstätten mit über 1.400 Beschäftigten. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 10.000 Mitarbeiter an 32 Standorten in 11 Ländern. Ähnliche Werksschließungen gab es kürzlich in Châteaubernard (Frankreich) und Knottingley (Großbritannien).
Oberbürgermeister Thomas Kufen kritisierte die Entscheidung scharf und wies auf die Folgen für die Stadt und die betroffenen Familien hin. Als Reaktion wird die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Essen (EWG) gemeinsam mit der Stadt die Mitarbeiter unterstützen. Gleichzeitig laufen Bemühungen, neue Nutzungsmöglichkeiten für das Gelände nach der Betriebseinstellung zu prüfen.
Mit der Schließung verschwindet ein historisches Industrie-Standbein aus Essen – und damit endet eine über hundertjährige Glasproduktion am Standort. Nun gilt es für Stadt und EWG, den Betroffenen den Berufsübergang zu erleichtern und das Gelände neu zu beleben. Sollten keine alternativen Lösungen gefunden werden, gehen rund 300 Arbeitsplätze verloren.






