03 March 2026, 20:20

Ulrike Malmendier verlässt Sachverständigenrat – politische Gründe im Raum

Eine alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und dem Text "Deutsche Bank und Disconto-Gefellichaft Berlin".

Ulrike Malmendier verlässt Sachverständigenrat – politische Gründe im Raum

Die renommierte Ökonomin Ulrike Malmendier trat 2022 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bei und brachte frischen Schwung in zentrale Debatten – etwa bei den Plänen zur Reform des vorzeitigen Renteneintritts. Nun endete ihre Amtszeit überraschend vorzeitig, nachdem sowohl das Bundeswirtschaftsministerium als auch das Bundeskanzleramt eine Verlängerung abgelehnt hatten.

Malmendiers Ausscheiden folgt auf eine Entscheidung der Bundesregierung, ihre Position nicht zu verlängern. Weder das Wirtschaftsministerium noch die Kanzlei gaben eine offizielle Begründung an. Medienberichten zufolge gab es jedoch Widerstand aus Kreisen der CDU, die ihr vorwarfen, zu wenig ordoliberale Grundsätze zu vertreten und sich zu wenig auf Makroökonomie und internationalen Handel zu konzentrieren. Kritisiert wurden zudem die hohen Reisekosten von ihrem Standort in den USA aus – diese Vorwürfe blieben jedoch inoffiziell.

Jens Südekum, ein enger Berater von Finanzminister Lars Klingbeil, äußerte sich kritisch zu dem Schritt. Er argumentierte, dass die vorzeitige Beendigung von Malmendiers Tätigkeit ein negatives Signal an die Wissenschaft sende. Ihr Ausscheiden, so Südekum, schwäche ein Gremium, das die Politik eigentlich mit unabhängiger Expertise begleiten solle.

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Während ihrer Zeit im Sachverständigenrat setzte sich Malmendier für Reformen ein, darunter Änderungen bei den Regelungen zum vorzeitigen Rentenbeginn. Ihre Arbeit galt als wichtiger Impuls für die Modernisierung wirtschaftspolitischer Diskussionen in der Regierung.

Die Entscheidung hinterlässt den Sachverständigenrat ohne eine seiner prominentesten Stimmen. Offizielle Gründe für Malmendiers Abgang wurden nicht genannt, inoffizielle Berichte verweisen jedoch auf politische und finanzielle Bedenken. Kritiker wie Südekum warnen vor den möglichen Folgen für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politikgestaltung.