27 February 2026, 20:11

Tränen im Bundestag: Abgeordnete berichtet von sexualisierter Gewalt und prangert Systemversagen an

Eine Frau steht an einem Podium mit zwei Mikrofonen und einem Glas Wasser und spricht vor einem Bildschirm, wahrscheinlich zu einer Regierungsentscheidung, Frauenrechte zu verbieten.

MP Berichtet Über Ihre Erfahrung in Tränen - Tränen im Bundestag: Abgeordnete berichtet von sexualisierter Gewalt und prangert Systemversagen an

Die Linken-Abgeordnete Kathrin Gebel brach während einer Rede im Bundestag in Tränen aus, als sie von einer persönlichen Erfahrung mit sexualisierter Gewalt berichtete. Der emotionale Moment ereignete sich, als sie die deutsche Handhabung von Fällen sexualisierter Gewalt kritisierte. Bundestagsvizpräsident Omid Nouripour dankte ihr später dafür, dass sie diese schmerzhafte Geschichte im Plenarsaal geteilt hatte.

Gebels Äußerungen lenkten die Aufmerksamkeit auch auf grundlegende Versäumnisse im Umgang mit Missbrauch, darunter das Fehlen von Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Fall Jeffrey Epstein in Deutschland.

In ihrer Parlamentsrede schilderte Gebel, wie sie mit 17 Jahren von einer Person, die an ihrer Schule arbeitete, in eine Wohnung gelockt worden sei. Plötzlich habe sie sich allein wiedergefunden, unfähig zu gehen oder nach Hause zu kommen. Obwohl sie keine weiteren Details zum Vorfall nannte, zitterte ihre Stimme sichtbar.

Anschließend wandte sie sich systemischen Problemen zu und verwies auf den Fall Jeffrey Epstein und dessen weitverzweigtes Missbrauchsnetzwerk, zu dem drei Millionen Akten gehören. Trotz dieser umfangreichen Beweislage habe Deutschland keine dieser Akten untersucht oder als relevant für inländische Ermittlungen eingestuft. Selbst Erwähnungen von Deutschen wie Joscha Bach blieben auf journalistische Berichte beschränkt – offizielle Untersuchungen gebe es nicht.

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Gebel kritisierte zudem die hohe Zahl eingestellter Verfahren in Deutschland und das mangelnde Zur-Verantwortung-Ziehen von Tätern. Sie unterstützte Forderungen eines Opferverbands nach schärferen Strafen, besserer Unterstützung für Betroffene und größerer öffentlicher Aufklärung. Nach ihrer Rede wurde sie von ihrer Parteikollegin Clara Bünger und anderen Abgeordneten in einer Geste der Solidarität umarmt.

Gebels Rede hat die Debatte über den Umgang Deutschlands mit sexualisierter Gewalt neu entfacht. Keine der Epstein-Akten wurde von deutschen Behörden geprüft, und viele Missbrauchsfälle werden weiterhin nicht verfolgt. Ihre Forderungen nach konsequenterer Strafverfolgung und besserem Opferschutz erhöhen nun den Druck auf die Politik, diese Defizite zu beheben.